Ein Neu-Rostocker plant die Ankunft seiner polnischen Ehefrau: Slawische Wurzeln und polnische Community
Neu-Rostocker plant Ankunft polnischer Ehefrau in Rostock

Ein Neu-Rostocker plant die Ankunft seiner polnischen Ehefrau in der Hansestadt

Bald steht ein besonderes Ereignis bevor: Meine polnische Ehefrau zieht zu mir nach Rostock. In Vorbereitung darauf überlege ich intensiv, was ich tun kann, damit sie sich hier wirklich wohl und wie zuhause fühlt. Die Suche nach Verbindungen zwischen ihrer Heimat und unserer neuen gemeinsamen Stadt gestaltet sich dabei überraschend spannend.

Von Marienehe zu slawischen Ursprüngen

Jeden Morgen passiere ich mit der S-Bahn die Station Marienehe. Der Name klang zunächst verheißungsvoll für eine katholische Polin mit deutschem Ehemann, doch die Recherche enthüllte eine weniger romantische Geschichte: „Marienehe“ leitet sich von einem Kartäuser-Kloster aus dem 14. Jahrhundert ab. Später wurden dort Flugzeuge von Ernst Heinkel gebaut, die wahrscheinlich auch im Kriegseinsatz in Polen verwendet wurden. Heute befindet sich dort der Fracht- und Fischereihafen. Ein Ausflug nach Marienehe zur Begrüßung ist daher zunächst nicht geplant.

Doch dann stieß ich auf eine vielversprechendere Verbindung: Rostock besitzt tatsächlich slawische Wurzeln. Der Stadtname stammt aus dem Altslawischen und lässt sich auf „rastok“ oder „roztok“ zurückführen, was Flussverzweigung oder einen „Ort, an dem Wasser auseinanderfließt“ bedeutet. Angesichts der Lage an der Warnow erscheint dies sehr sinnig.

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Die kulturelle Brücke der Slawen in Mecklenburg

Historisch siedelte hier der westslawische Stamm der Obodriten in Mecklenburg und auch in Rostock. Als Warschauerin gehört meine Frau zwar nicht direkt zu deren Nachfahren, aber die slawische Verbindung ist dennoch vorhanden. Zwar gibt es in Rostock kein eigenes Slawisches Museum, doch das Kulturhistorische Museum Rostock im Kloster zum Heiligen Kreuz beherbergt Objekte aus der Zeit der slawischen Besiedlung. Dieses ehemalige Klarissenkloster bietet einen wunderbaren Ort für einen gemeinsamen Ausflug.

Parallel dazu entdeckte ich auf Facebook die Community „Polen in Rostock (Polacy w Rostocku)“ mit fast 10.000 Mitgliedern. Hin und wieder höre ich auf den Straßen bereits Polnisch, was mich stets freut. Bisher hatte ich zwei kurze Wortwechsel auf Polnisch – ich schätze das Land und seine Menschen einfach sehr.

Eine überraschende Wendung im Planungsprozess

Bei einem Telefonat mit meiner Frau war ich daher entspannt, im Wissen, ihr in Rostock etwas bieten zu können: slawische Geschichte und eine aktive polnische Community. Doch dann sagte sie plötzlich: „Ich freue mich, nach Rostock zu ziehen. Von Polen habe ich erstmal genug.“ Diese Aussage ließ mich kurz stutzen und überlegen, wie ich nun vorgehen soll. Teraz już nie wiem, co robić – jetzt weiß ich auch nicht weiter.

Die Vorbereitungen für den Umzug meiner polnischen Ehefrau nach Rostock haben mir gezeigt, wie vielfältig die kulturellen Verbindungen dieser Stadt sind. Von historischen slawischen Wurzeln bis hin zu einer lebendigen polnischen Community bietet Rostock mehr Gemeinsamkeiten, als man zunächst vermuten würde.

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