Frankreich führt kostenlose wiederverwendbare Periodenprodukte ein
Die französische Regierung hat eine wegweisende Entscheidung getroffen: Ab September 2026 werden Menstruationstassen und Periodenslips für Mädchen und Frauen unter 26 Jahren kostenlos verfügbar sein. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die sogenannte Periodenarmut zu bekämpfen und betrifft schätzungsweise 6,7 Millionen Menschen in Frankreich. Die Altersgrenze entfällt dabei für besonders bedürftige Frauen, um eine umfassende Unterstützung zu gewährleisten.
Nachhaltige Alternativen zu Einwegprodukten
Menstruationstassen sind kleine, flexible Silikonbecher, die in der Vagina getragen werden, um Blut aufzufangen. Sie können nach der Reinigung wiederverwendet werden und gelten als umweltfreundliche Option. Periodenslips hingegen sind spezielle Unterhosen mit integrierten, saugfähigen Einlagen, die waschbar und somit ebenfalls nachhaltig sind. Beide Produkte stellen eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Tampons und Wegwerfbinden dar, die oft Müll verursachen und langfristig teurer sind.
Politische Reaktionen und Hintergründe
Gleichstellungsministerin Aurore Bergé betonte die Bedeutung dieser Initiative: "Keine Frau und kein Mädchen sollten auf ihre Intimhygiene verzichten müssen: Es ist eine Frage von Gesundheit und Würde." Gesundheitsministerin Stéphanie Rist fügte hinzu, dass Menstruationsarmut keine unabwendbare Gegebenheit sei, sondern eine Ungerechtigkeit, der entschlossen begegnet werden müsse. Das entsprechende Gesetz wurde bereits Ende 2023 verabschiedet, doch die Umsetzung verzögerte sich, was zu Kritik von feministischen Verbänden führte. Bergé räumte im vergangenen Jahr eine "inakzeptable Verzögerung" ein, die nun behoben wird.
Internationaler Vergleich und weitere Schritte
Frankreich ist nach Schottland das zweite Land in Europa, das eine derartige Regelung einführt. Schottland hatte bereits vor Jahren beschlossen, dass Periodenprodukte in Bildungseinrichtungen und öffentlichen Einrichtungen kostenfrei bereitgestellt werden müssen. Diese Maßnahmen unterstreichen den wachsenden internationalen Trend, Menstruationsarmut als ernstzunehmendes soziales und gesundheitliches Problem anzuerkennen. Die französische Regierung hofft, mit dieser Initiative nicht nur die finanzielle Belastung für junge Frauen zu reduzieren, sondern auch das Bewusstsein für nachhaltige Hygieneoptionen zu schärfen.



