Digitale Gewalt: Expertin Cordelia Moore über die ständige Angst der Frauen
Cordelia Moore, eine renommierte Beraterin für Opfer digitaler Gewalt, gibt Einblicke in die erschütternden Erfahrungen betroffener Frauen. In einem exklusiven Interview mit Maik Großekathöfer vom 24. März 2026 schildert sie, wie Frauen in einem Zustand permanenter Furcht leben, weil private Fotos oder Inhalte ungewollt an Freunde, Kollegen oder sogar den Chef gelangen könnten.
Die Realität digitaler sexualisierter Gewalt
Moore kennt die Vorwürfe, wie sie beispielsweise von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben wurden, sehr gut. Sie betont, dass solche Fälle keine Einzelfälle sind, sondern ein weitverbreitetes Problem darstellen. Die betroffenen Frauen durchleben immense psychische Belastungen, die oft von Schuld- und Schamgefühlen begleitet werden. Diese Emotionen können dazu führen, dass sie sich isolieren und nur schwer Hilfe suchen.
Bei einer Demonstration gegen digitale sexualisierte Gewalt in Berlin zeigten sich Betroffene, die es geschafft hatten, die Hürden aus Schuld und Schamgefühl zu überwinden. Solche öffentlichen Aktionen sind laut Moore entscheidend, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und Solidarität zu fördern.
Was Frauen wirklich helfen würde
Moore nennt konkrete Maßnahmen, die betroffenen Frauen effektiv unterstützen könnten:
- Verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen, um Täter schneller zur Verantwortung zu ziehen.
- Zugängliche und kostenlose Beratungsangebote, die niedrigschwellig sind.
- Bessere Aufklärung in der Gesellschaft, um die Stigmatisierung der Opfer zu reduzieren.
- Schulungen für Arbeitgeber und soziale Netzwerke, um präventiv gegen digitale Gewalt vorzugehen.
Abschließend betont Moore, dass es dringend notwendig ist, die Debatte über digitale Gewalt weiter voranzutreiben und Betroffene nicht allein zu lassen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann ein sicherer digitaler Raum für alle geschaffen werden.



