Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in München: Nur 250 Teilnehmer statt erwarteter 15.000
Demo gegen sexualisierte Gewalt: Nur 250 Teilnehmer in München

Feministische Demo in München: Deutlich weniger Teilnehmer als erwartet

Am Samstag, den 12. April 2026, fand am Münchner Königsplatz eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt statt, die mit lediglich etwa 250 Teilnehmern deutlich hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückblieb. Die Grüne Jugend München hatte ursprünglich mit bis zu 15.000 Demonstrantinnen und Demonstranten gerechnet, doch nach Polizeiangaben blieb die Teilnehmerzahl weit unter dieser Marke.

Kritik an patriarchalen Strukturen und unzureichendem Schutz

Unter dem Motto "Gegen patriarchale Gewalt – für ein Ende der Unterdrückung" versammelten sich Aktivistinnen und Aktivisten, um auf fortbestehende Machtverhältnisse aufmerksam zu machen. "Ob häusliche Gewalt, sexualisierte Übergriffe, strukturelle Benachteiligung oder gesellschaftliche Machtverhältnisse: Patriarchale Strukturen durchziehen weiterhin alle Lebensbereiche und betreffen Menschen tagtäglich", erklärten die Organisatoren in ihrer Ankündigung.

Rednerin Karolina Saller kritisierte in ihrer Ansprache insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU, der ihrer Ansicht nach nicht verstehe, "dass Gewalt gegen Frauen nicht auf migrantisierte Männer geschoben werden kann". Ein wiederkehrendes Thema war auch der Fall der Moderatorin Collien Fernandes, deren Erfahrungen laut Saller "kein Einzelfall" seien.

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Symbolische Aktionen und konkrete Forderungen

In einem symbolischen Akt beerdigten die Aktivistinnen das Patriarchat an einem Grabstein aus Pappe, wo sie Blumen niederlegten. Ein großes Banner mit der Aufschrift "Es reicht" wurde auf Bodenhöhe platziert und diente zugleich als Motto der Veranstaltung.

Grüne Jugend-Sprecherin Aylin Zara Krüger betonte in einer Mitteilung: "Solange Betroffene nicht ausreichend geschützt werden und Täter oft ohne Konsequenzen bleiben, ist es unsere Verantwortung, laut zu sein und Widerstand zu organisieren." Die Veranstalterinnen bemängelten auf Facebook die alltägliche Angst vor potenziell gewalttätigen fremden Männern und forderten ein Ende der männlichen Vorherrschaft, die solche Ängste und Gewalt erst ermögliche.

Gründe für die geringe Teilnehmerzahl

Laut einer Polizeisprecherin korrigierte der Veranstalter die ursprünglich erwartete Teilnehmerzahl von 15.000 im Vorfeld zunächst auf etwa 5.000, vermutlich auch aufgrund einer schlechten Wettervorhersage. In den Stunden vor dem Protest wurde diese Zahl dann weiter auf 500 herabgesetzt, während die Beamten schließlich nur etwa 250 Teilnehmer zählten.

Eine Organisatorin begrüßte dennoch die Anwesenden als "stabile feministische Kerngruppe" in München. Zeitgleich sollte auch in Berlin eine Demonstration zum gleichen Thema stattfinden, über deren Teilnehmerzahlen jedoch keine Angaben vorliegen.

Hintergrund: Der Fall Collien Fernandes und Christian Ulmen

Ein Auslöser der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen. Laut einem Bericht des "Spiegel" wirft Fernandes Ulmen vor, über Fake-Profile in ihrem Namen pornografische Darstellungen verbreitet zu haben.

Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die "initiale Berichterstattung" des "Spiegel" gerichtliche Schritte einzuleiten. Dieser Fall wurde während der Demonstration mehrfach als Beispiel für strukturelle Gewalt und unzureichenden Opferschutz angeführt.

Trotz wachsender gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und einzelner politischer Maßnahmen bleiben grundlegende Veränderungen im Umgang mit sexualisierter Gewalt aus, wie die Rednerinnen auf der Demonstration kritisierten. Die feministische Gruppe Handmaids Riot betonte, dass patriarchale Machtverhältnisse nach wie vor alle Lebensbereiche durchziehen und täglich Menschen betreffen.

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