Willingmann fordert Bafög-Reform: Förderung muss Lebensrealität junger Menschen widerspiegeln
Willingmann: Bafög muss Lebensrealität angepasst werden

Bafög-Reform dringend notwendig: Willingmann fordert Anpassung an aktuelle Lebenskosten

Die Zahl der Bafög-Empfänger in Sachsen-Anhalt ist auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung im Jahr 1991 gesunken. Dies unterstreicht die Dringlichkeit einer umfassenden Reform der Ausbildungsförderung, wie sie Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) nun im Bundesrat gefordert hat.

Dramatischer Rückgang der Geförderten

Nach aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes erhielten im Jahr 2024 nur noch knapp 18.200 Menschen in Sachsen-Anhalt Bafög-Leistungen. Dies entspricht einem Rückgang von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den historischen Tiefstand seit über drei Jahrzehnten. Die durchschnittliche monatliche Förderung lag bei 625 Euro, wobei etwa zwei Drittel der Begünstigten Studierende und ein Drittel Schülerinnen und Schüler waren.

Forderungen für eine zeitgemäße Förderung

Willingmann unterstützt gemeinsam mit Sachsen-Anhalt einen Antrag aus Niedersachsen, der konkrete Maßnahmen für eine Reform vorsieht. Kernforderungen sind:

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  • Anhebung des monatlichen Grundbedarfs für Studierende von aktuell 475 Euro schrittweise auf das Niveau der Grundsicherung von 563 Euro
  • Erhöhung der Wohnkostenpauschale zur Berücksichtigung steigender Mieten
  • Anpassung der Freibeträge für Eltern, um mehr Familien zu entlasten
  • Vereinfachung oder sogar Abschaffung von Folgeanträgen zur bürokratischen Entlastung

Der SPD-Politiker betonte, dass die aktuelle Förderung nicht mehr mit der Lebensrealität junger Menschen mithalten könne. "Inflation und explodierende Mieten stellen viele Studieninteressierte vor kaum lösbare finanzielle Probleme", so Willingmann. Eine Reform sei daher nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig, um Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten.

Bundesweite Bedeutung der Initiative

Die Initiative aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen könnte bundesweit Signalwirkung entfalten. Die sinkenden Bafög-Empfängerzahlen sind kein regionales Phänomen, sondern spiegeln eine bundesweite Entwicklung wider. Eine Anpassung der Förderung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten wäre ein wichtiger Schritt, um mehr junge Menschen für ein Studium oder eine Ausbildung zu motivieren und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

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