Schwimm-Streit in Querfurt: Blockunterricht im Freibad droht das Aus
In Querfurt bahnt sich ein Konflikt um den Schwimmunterricht für Grundschüler an. Das Landesschulamt hat die bisherige Ausnahmegenehmigung gestrichen, die es den Schülern ermöglichte, ihren Schwimmunterricht als zwei- oder dreiwöchigen Block im städtischen Freibad zu absolvieren. Künftig sollen die Kinder stattdessen wöchentlich ins Hallenbad fahren müssen.
Bürgermeister protestiert gegen Entscheidung des Landes
Querfurts Bürgermeister Andreas Nette (parteilos) hat sich mit einem Brandbrief an den Bildungsminister gewandt, um gegen diese Entscheidung zu protestieren. „Ich kann doch nicht in ein funktionierendes System eingreifen“, äußerte Nette frustriert gegenüber dem Landesschulamt. Der Bürgermeister betont, dass der bisherige Blockunterricht im Freibad seit Jahren erfolgreich praktiziert wird und sich bewährt hat.
Nette warnt zudem vor finanziellen Konsequenzen für die Stadt Querfurt. Durch die Umstellung auf wöchentliche Fahrten ins Hallenbad entstehen zusätzliche Kosten, die die Kommune tragen müsste. Diese Belastung könnte sich insbesondere im laufenden Haushalt negativ bemerkbar machen.
Traditionelle Schwimmausbildung steht vor dem Aus
Der traditionelle Schwimmunterricht im Querfurter Freibad hat eine lange Geschichte. Viele Generationen von Grundschülern haben dort in kompakten Blöcken das Schwimmen erlernt. Diese Praxis ermöglichte es den Kindern, sich intensiv mit dem Element Wasser auseinanderzusetzen und in kurzer Zeit große Fortschritte zu machen.
Die Entscheidung des Landesschulamts stellt dieses etablierte System nun infrage. Die Behörde begründet ihren Schritt mit formalen Vorgaben und Standards, die eine wöchentliche Schwimmausbildung vorsehen. Für die Querfurter Grundschulen bedeutet dies einen erheblichen organisatorischen Aufwand, da Transporte zum weiter entfernten Hallenbad organisiert werden müssen.
Reaktionen und Ausblick
Die betroffenen Schulen in Querfurt und dem Umland stehen vor der Herausforderung, den Schwimmunterricht kurzfristig umzustellen. Elternvertreter äußern bereits Bedenken, ob die wöchentlichen Fahrten zum Hallenbad pädagogisch gleichwertig sein werden wie der bisherige Blockunterricht.
Bürgermeister Nette hofft nun auf eine Reaktion des Bildungsministers und mögliche Kompromisslösungen. „Wir müssen alles daran setzen, dass unsere Kinder weiterhin optimal schwimmen lernen können“, so der Bürgermeister. Der Ausgang des Streits wird nicht nur für Querfurt, sondern möglicherweise auch für andere Kommunen mit ähnlichen Schwimmkonzepten von Bedeutung sein.



