IW-Gutachten fordert: Mindestalter 13 Jahre für Social Media und mehr Medienkompetenz
IW fordert Mindestalter 13 für Social Media und Handyverbot-Debatte

IW-Forscher fordern klare Altersgrenze für soziale Netzwerke

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einem aktuellen Gutachten für den Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft eine klare gesetzliche Regelung vorgeschlagen: Kinder unter 13 Jahren sollten keinen Zugang zu sozialen Medien wie Instagram und TikTok erhalten. Für Jugendliche ab 13 Jahren empfehlen die Wissenschaftler eine gezielte Regulierung der Plattformen, insbesondere im Hinblick auf problematische Inhalte und suchtfördernde Mechanismen, die die Nutzungsdauer künstlich erhöhen.

Medienkompetenz als zentrale Säule der Prävention

Neben diesen regulierenden Maßnahmen betonen die Forschenden die immense Bedeutung der schulischen Medienbildung. Um Kinder und Jugendliche besser vor den Gefahren der digitalen Welt zu schützen, müssen Lehrkräfte umfassend weitergebildet werden. Gleichzeitig sollen Eltern über Risiken der Social-Media-Nutzung sowie über praktische Möglichkeiten der Einschränkung und Überwachung informiert werden. Das Gutachten wird am kommenden Montag in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Studien belegen negative Auswirkungen auf Gesundheit und Bildung

Die IW-Experten warnen eindringlich vor den Folgen einer exzessiven Nutzung sozialer Medien. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen deutlich, dass eine hohe Nutzungsdauer mit einer Reihe gravierender Probleme korreliert:

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  • Erhöhter Stress und Gefühle der Einsamkeit
  • Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite
  • Schlafprobleme und allgemeine Schlafstörungen
  • Entwicklung von Angstzuständen oder depressiven Symptomen

Darüber hinaus deuten Auswertungen von Daten aus der internationalen Pisa-Studie darauf hin, dass die durchschnittlichen schulischen Kompetenzen von Jugendlichen mit steigendem Konsum digitaler Medien tendenziell abnehmen. Besonders alarmierend ist der Befund, dass gerade Jugendliche aus bildungsfernen Schichten digitale Medien besonders intensiv nutzen, wodurch wertvolle Zeit für das Lernen oder andere förderliche Aktivitäten verloren geht. Diese vulnerable Gruppe benötigt laut Gutachten besondere Unterstützung.

Debatte um Handyverbote an Schulen bleibt kontrovers

In ihrem umfassenden Gutachten setzen sich die IW-Forschenden auch mit der hochaktuellen Frage nach generellen Handyverboten an Schulen auseinander. Derzeit existieren in sechs Bundesländern bereits landesweite Verbote, während in den übrigen Ländern die einzelnen Schulen eigenständig über Nutzungsregelungen entscheiden können. Die Wissenschaftler stellen jedoch klar, dass die Studienlage zu den konkreten Bildungseffekten solcher Verbote noch nicht eindeutig ist. Sie weisen darauf hin, dass zu allgemein oder unpräzise formulierte Regeln, die zudem nicht konsequent durchgesetzt werden, keinen gesicherten positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler haben.

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