Antisemitismus-Eklat an Berliner Hertie School: Studentenvertretung beschließt Israel-Boykott
Israel-Boykott an Berliner Hertie School beschlossen

Antisemitismus-Vorwürfe an Berliner Elite-Hochschule

An der renommierten Berliner Privatuniversität "Hertie School" hat die gewählte Studentenvertretung einen politischen Eklat ausgelöst. Mit überwältigender Mehrheit beschlossen die Studierendenvertreter am Mittwoch eine Resolution, die zum Boykott Israels aufruft und die umstrittene BDS-Bewegung als "legitime Form gewaltfreier politischer Interessenvertretung" anerkennt.

Historische Ironie an jüdisch geprägter Institution

Besonders pikant: Die Hochschule trägt den Namen des Gründers der jüdischen Kaufhaus-Dynastie Hermann Tietz, dessen Name sich in "HerTie" widerspiegelt. Ausgerechnet an dieser historisch mit dem jüdischen Bürgertum verbundenen Institution positioniert sich die Studentenvertretung nun israelfeindlich. Die BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions), die vom Verfassungsschutz als extremistische Verdachtsfall eingestuft wird, verfolgt das erklärte Ziel, Israel wirtschaftlich zu schädigen.

Konkrete Maßnahmen geplant

Die Berliner Studentenvertreter wollen nun eine Liste israelischer Unternehmen erstellen, die keine Gelder mehr von der Hochschule erhalten sollen. Dies betrifft auch langjährige Kooperationen wie Austauschprogramme mit der Hebrew University in Jerusalem, die in der Vergangenheit gemeinsam organisiert wurden. Das Abstimmungsergebnis war eindeutig: elf Ja-Stimmen, keine Nein-Stimmen und lediglich eine Enthaltung bedeuten eine Zustimmung von 92 Prozent der anwesenden Vertreter.

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Interner Widerstand und Störungen

Ein anonym bleibender Student äußerte gegenüber Medien scharfe Kritik: "Antisemitismus ist hier bei der Mehrheit der Studierenden ein Thema. Ich empfinde es als unerhört, was hier im Namen der gesamten Studierendenschaft herausposaunt wird." Bereits zuvor hatten Aktivisten der Hertie School mit einem "Disarm Israel"-Banner eine Veranstaltung gestört, bei der hochrangige Beamte der Bundesregierung, der NATO und des US-Außenministeriums auftraten.

Universitätsleitung distanziert sich deutlich

Die Universitätsleitung mit ihren 850 eingeschriebenen Studenten stellt jedoch klar: "Dieser Beschluss wurde von der Hertie School Representation getroffen und spiegelt in keiner Weise die Positionen der Hertie School als akademische Institution wider. Die Hertie School lehnt jegliche Zusammenarbeit oder Unterstützung des sogenannten BDS ab." Zudem verfügen die Studentenvertreter zwar über ein jährliches Budget von mehreren Tausend Euro, jedoch nicht in vollkommen unkontrollierter Form. Daher habe der Beschluss keine Auswirkungen auf die tatsächliche Budgetvergabe der Hochschule.

Politische Dimensionen des Konflikts

Der Vorfall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Antisemitismus an deutschen Hochschulen auf. Die Anerkennung der BDS-Bewegung durch die Studentenvertretung steht im Widerspruch zur Position zahlreicher demokratischer Institutionen, die in der Bewegung antisemitische Tendenzen erkennen. Die Hertie School als private, international ausgerichtete Graduate School steht nun vor der Herausforderung, ihren akademischen Charakter gegen politische Radikalisierungstendenzen zu verteidigen.

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