Eltern in Brandenburg drängen auf höhere Bildungsinvestitionen
In Brandenburg wächst die Sorge vor erheblichen Einschnitten im Schulbetrieb. Hintergrund ist die Ankündigung von Bildungsminister Gordon Hoffmann, dass das Land im kommenden Schuljahr mit dem bisher größten Mangel an Lehrkräften konfrontiert sein wird. Diese Prognose hat den Landeselternrat auf den Plan gerufen, der nun eindringlich mehr finanzielle Mittel für das Bildungssystem fordert.
Minister warnt vor Höhepunkt des Lehrermangels
Bildungsminister Gordon Hoffmann von der CDU hat im Bildungsausschuss des Landtags klargestellt, dass Brandenburg vor einer kritischen Situation steht. „Wir werden im nächsten Schuljahr den absoluten Höhepunkt erleben mit den höchsten Schülerzahlen in Brandenburg und dem größten Lehrermangel“, erklärte er. Hoffmann räumte ein, dass er nicht garantieren könne, die Absicherung der Stundentafel im bisherigen Umfang aufrechtzuerhalten.
Landeselternrat sieht Unterrichtsqualität gefährdet
Matthias Knoll, Sprecher des Landeselternrats, reagierte besorgt auf diese Entwicklung. „Das Wichtigste ist, dass der Haushalt so sein muss, dass in die Bildung investiert wird“, betonte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Elternrat appelliert an die SPD/CDU-Koalition, bei der Aufstellung des künftigen Haushalts ausreichend Mittel zu veranschlagen. In einem internen Schreiben heißt es: „Bereits jetzt fallen rund zwei Millionen Unterrichtsstunden aus oder können nicht planmäßig stattfinden. Wir sehen daher die Sicherung der Stundentafel in ernster Gefahr.“
Hintergründe und aktuelle Herausforderungen
Die Situation hat sich in den letzten Jahren verschärft:
- Die Zahl der Lehrerstellen im Haushalt 2025 wurde um 345 Vollzeitstellen reduziert.
- Seit dem zweiten Schulhalbjahr müssen die meisten Lehrkräfte eine Stunde pro Woche mehr unterrichten, was zu Protesten führte.
- Wegen der Stellenkürzungen konnten im vergangenen Schuljahr viele Seiteneinsteiger nicht eingestellt werden.
Der Landeselternrat weist darauf hin, dass der Koalitionsvertrag zwar die Schaffung von 250 zusätzlichen Stellen vorsieht, dies aber nicht ausreicht. „Stabilisierung allein reicht nicht aus – notwendig ist eine spürbare Verbesserung“, heißt es in der Stellungnahme.
Elterninitiative und mögliche Lösungsansätze
Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, werben die Eltern für die Volksinitiative „Unterricht statt Ausfall“. Gleichzeitig sucht man nach praktikablen Lösungen. Matthias Knoll äußerte die Hoffnung, dass Seiteneinsteiger doch noch gewonnen werden könnten, um den akuten Mangel abzufedern. Die Debatte um die Bildungsfinanzierung in Brandenburg dürfte in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen, da die Auswirkungen des Lehrermangels direkt die Unterrichtsqualität und die Zukunftschancen der Schüler betreffen.



