Eggesin plant gemeinsamen Schulcampus für Regionale Schule und Förderschule
Eggesin: Gemeinsamer Schulcampus für zwei Schulen geplant

Eggesin erwägt gemeinsamen Schulcampus für zwei Schulen

Die Stadt Eggesin regt einen gemeinsamen Schulcampus für ihre Regionale Schule und die kreiseigene Förderschule an. Die Stadtvertreter werden demnächst über diese innovative Idee entscheiden, während der Landkreis Vorpommern-Greifswald bereits Interesse signalisiert hat.

Bereits festgelegter Schulneubau erhält neue Dimension

Bereits im März 2024 hatten die Stadtvertreter von Eggesin festgelegt, dass eine neue Regionale Schule errichtet werden soll. Als Standort wurde die Freifläche zwischen dem Förderzentrum in der Lindenstraße und dem Heizkraftwerk ausgewählt. Doch nun ist die Vision eines gemeinsamen Schulcampus mit der Förderschule entstanden. Dieser Vorschlag müsste sowohl von der Stadt als auch vom Landkreis Vorpommern-Greifswald als Schulträger der Förderschule unterstützt werden.

Erste Beratungen im Bauausschuss

Konkrete Pläne sollen in der Sitzung des Eggesiner Bauausschusses am Montag, dem 13. April, um 17 Uhr in den Räumen des Bauamtes diskutiert werden. „Für uns geht es erst einmal um eine Willensbekundung“, erklärt Bürgermeisterin Bianka Schwibbe (parteilos) vorab. Der Landkreis habe zugesagt, die Idee des gemeinsamen Schulcampus noch vor der Sommerpause in den Kreistag einzubringen. Dann würden die Eggesiner Klarheit darüber erhalten, ob das ambitionierte Vorhaben realisiert werden kann.

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Synergieeffekte und pädagogische Vorteile

In der Eggesiner Beschlussvorlage wird betont: „Ein gemeinsamer Campus bietet die Möglichkeit, Synergieeffekte bei der Nutzung von Fachräumen, Verwaltungsbereichen, Sportanlagen, Mensa- und Freizeitflächen zu erzielen und vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen.“ Durch die räumliche Nähe der beiden Schulen könnten Kooperationen zwischen den Schularten intensiviert, Übergänge zwischen unterschiedlichen Förder- und Bildungsangeboten erleichtert und gemeinsame pädagogische Projekte gestärkt werden, ohne dabei die jeweiligen Schulprofile aufzugeben.

Organisatorische Fragen noch offen

Ob es am Ende eine gemeinsame Schule mit nur einem Direktor geben wird oder ob es bei zwei getrennten Schulen bleibt, die miteinander kooperieren, kann die Bürgermeisterin noch nicht abschließend sagen. Die Stadt müsse abwarten, wie der Gesetzgeber mit dieser innovativen Idee umgeht. Das Schulamt und der Landkreis müssten entscheiden, ob ein solcher gemeinsamer Schulcampus überhaupt möglich wäre. Denn das System der Förderschulen soll nicht mehr 2030 abgeschafft werden, sondern mindestens bis 2035 erhalten bleiben.

Herausforderungen an beiden Schulstandorten

Beide Schulstandorte stehen nach Einschätzung der Stadt mittel- bis langfristig vor erheblichen Herausforderungen. Dabei geht es um:

  • Bauliche Anforderungen und Modernisierungen
  • Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte
  • Vollständige Barrierefreiheit
  • Wirtschaftliche Unterhaltung der Bestandsgebäude

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an inklusive Bildungsangebote, flexible Raumkonzepte, digitale Infrastruktur sowie multifunktionale Sport- und Außenanlagen kontinuierlich.

Bedeutung für die Bildungslandschaft

Die Förderschule sowie die Regionale Schule in Eggesin erfüllen zentrale Aufgaben innerhalb der Bildungslandschaft von Stadt und Umland. Die Regionale Schule stellt mit ihrem Angebot einer „Flexiblen Schulausgangsphase“ (Produktives Lernen) ein bewährtes und praxisorientiertes Bildungsangebot dar, das den Schulstandort stärkt und individuelle Bildungswege ermöglicht.

Städtebauliche Entwicklungsperspektiven

Mit der Entwicklung eines modernen Schulcampus eröffnen sich für die Stadt Eggesin auch bedeutende städtebauliche Entwicklungsperspektiven. Der Standort Lindenstraße könnte aufgewertet und als zeitgemäßer Bildungsstandort im Stadtgefüge verankert werden. Ein attraktiver Schulcampus stärkt zudem die Anziehungskraft für Pädagogen und Familien. Damit erhofft man sich eine Stabilisierung der Bevölkerungsentwicklung und vermehrte Zuzüge.

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Klare Bedarfsplanung erforderlich

Gemeinsam mit dem Landkreis müssen die zukünftigen Bedarfe verbindlich festgeschrieben werden, so die Vorlage. Dabei muss genau festgelegt werden, wie viele Klassen pro Klassenstufe in der Regionalen Schule sowie im sonderpädagogischen Förderbereich notwendig sind. Denn diese Angaben sind maßgeblich für die Dimensionierung des Raumprogramms und die bauliche Planung.

Zuletzt ging die Stadt bei der Regionalen Schule von einer Zweizügigkeit aus. Mit dem Produktiven Lernen benötige man laut Bürgermeisterin sogar eine 2,5-Zügigkeit. Wenn alle Förderschüler integriert werden sollen, brauche man eine Drei- bis Vierzügigkeit in den Schulräumen.

Entscheidungsprozess der Stadtvertreter

Am Ende des Beratungsprozesses in den Ausschüssen müssen die Stadtvertreter entscheiden, ob ein gemeinsamer Schulcampus entwickelt werden soll. Weiter soll die Verwaltung beauftragt werden, mit dem Landkreis, dem Schulamt, den Schulträgern und den Schulleitungen ein pädagogisches, funktionales und städtebauliches Konzept zu erarbeiten. Dafür müssen folgende Punkte geklärt werden:

  1. Wie groß sind die konkreten Bedarfe?
  2. Wie viele Klassen soll es pro Klassenstufe geben?
  3. Welche räumlichen Anforderungen ergeben sich daraus?

Im Anschluss soll die Verwaltung die Planungsleistungen bis zur Entwurfsplanung ausschreiben und Fördermittel einwerben. Die Ergebnisse sind dann der Stadtvertretung vorzulegen.

Positive Signale vom Landkreis

Der Landkreis steht dem Vorhaben eines gemeinsamen Schulcampus am Standort der Förderschule sehr aufgeschlossen gegenüber, teilt Kreissprecher Florian Stahlkopf mit. Wie genau diese Zusammenarbeit dann konkret ausgestaltet wird, müsse im Rahmen der zukünftigen Gespräche erst entwickelt werden. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist jedoch deutlich erkennbar.