Brandenburgs Bildungsminister warnt vor Rekord-Lehrermangel im kommenden Schuljahr
Brandenburg: Minister rechnet mit Rekord-Lehrermangel

Brandenburgs Bildungsminister warnt vor historischem Lehrermangel

Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hat in seiner ersten Anhörung vor dem Bildungsausschuss des Brandenburger Landtags alarmierende Prognosen abgegeben. Demnach steht das Bundesland vor dem bisher größten Lehrerdefizit seiner Geschichte, das im kommenden Schuljahr seinen Höhepunkt erreichen wird.

„Absoluter Peak“ bei Schülerzahlen und Lehrermangel

„Wir werden im nächsten Schuljahr den absoluten Peak erleben mit den höchsten Schülerzahlen in Brandenburg und dem größten Lehrermangel“, erklärte Hoffmann deutlich. Der CDU-Politiker, der das Bildungsressort erst kürzlich von der SPD übernommen hat, zeigte sich besorgt über die Entwicklung.

Besonders problematisch sei die Absicherung der Stundentafel: „Ich kann es schon jetzt nicht garantieren, dass wir die Absicherung der Stundentafel zum nächsten Schuljahr in dem Maße hinbekommen, wie wir es in der Vergangenheit geschafft haben.“ Diese Aussage markiert einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Praxis, bei der trotz steigender Schülerzahlen die Unterrichtsversorgung gewährleistet werden konnte.

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Verschärfung durch Stellenkürzungen und Mehrarbeit

Die Situation wird durch mehrere Faktoren zusätzlich verschärft. Im Haushalt 2025 wurden bereits 345 Vollzeitstellen für Lehrer gestrichen, was nach Hoffmanns Worten dazu führte, dass „im letzten Schuljahr sehr viele Seiteneinsteiger nicht eingestellt werden konnten“. Zudem müssen die meisten Lehrkräfte seit dem zweiten Halbjahr eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche übernehmen.

Diese Maßnahmen hatten bereits zu erheblichen Protesten im Bildungsbereich geführt. Der Minister räumte ein, dass die Kürzungen die ohnehin angespannte Lage weiter verschlimmert haben.

Neue Initiativen und politischer Wechsel

Hoffmann, der als erster CDU-Politiker seit mehr als drei Jahrzehnten das Bildungsministerium in Brandenburg leitet, kündigte verschiedene Veränderungen an. Zu seinen Plänen gehört unter anderem eine Lesen-Schreiben-Rechnen-Offensive, mit der er grundlegende Kompetenzen der Schüler stärken will.

Der Minister übernahm das Amt in einer besonders schwierigen Phase: Brandenburg war bereits in das laufende Schuljahr mit einem spürbaren Lehrermangel gestartet, während gleichzeitig die Schülerzahlen kontinuierlich steigen. Die nun prognostizierte Verschärfung der Situation stellt die Bildungspolitik des Landes vor enorme Herausforderungen.

Die Warnungen des Ministers lassen befürchten, dass die Qualität des Unterrichts und die Bildungsgerechtigkeit in Brandenburg im kommenden Schuljahr ernsthaft gefährdet sein könnten. Die Entwicklung wird nicht nur für Eltern und Schüler, sondern auch für das gesamte Bildungssystem des Bundeslandes von großer Bedeutung sein.

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