Schwerer Tram-Unfall in Berlin: 20 Verletzte, Bergung abgeschlossen
Tram-Unfall in Berlin: 20 Verletzte, Bergung beendet

Nach dem schweren Straßenbahn-Unfall in Berlin-Lichtenberg sind die Bergungsarbeiten abgeschlossen. Das gab eine Sprecherin des Technischen Hilfswerks (THW) bekannt. Demnach musste das THW mit mehreren Spezialgeräten anrücken, darunter ein großer Hebekran, der die in zwei Segmente geteilte Bahn in der Nacht verlud. Insgesamt waren ab Dienstag 14 Uhr mehr als 50 Einsatzkräfte des THW vor Ort.

Unfallhergang und Verletzte

Bei dem Vorfall am Dienstagmorgen wurden 20 Menschen verletzt, drei davon schwer. Ein Feuerwehrsprecher berichtete, dass zwölf Personen in Krankenhäuser gebracht wurden, die übrigen wurden ambulant behandelt. Die Polizei hat den Hergang rekonstruiert: Die Bahn war von der Haltestelle Anna-Ebermann-Straße in Richtung Arnimstraße unterwegs. In einer scharfen Linkskurve brach der vordere Teil aus, die mittleren Waggons gerieten ins Ungleichgewicht, woraufhin der Zug gegen zwei Masten prallte und entgleiste.

Geschwindigkeitsverstoß vermutet

Nach Informationen des Tagesspiegels soll die Bahn deutlich zu schnell gewesen sein. In der Kurve gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h, signalisiert durch eine gelbe Blechtafel in der Oberleitung. Bereits etwa 100 Meter vorher gilt ein Tempolimit von 30 km/h. Der Fahrer, der zu den Verletzten zählt und noch nicht befragt werden konnte, könnte einen medizinischen Notfall erlitten haben, so die BVG. Experten der BVG und der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) untersuchen den Unfall.

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Schäden und Bergung

Die Schäden sind erheblich: Mehrere Oberleitungsmasten wurden umgerissen oder verbogen. Die Bergung erforderte schweres Gerät des THW. Die Oberleitungen und zwei Masten wurden bereits entfernt, müssen aber neu aufgestellt werden, bevor der Verkehr wieder aufgenommen werden kann. Ein BVG-Sprecher prognostizierte, dass frühestens ab Freitag wieder Straßenbahnen fahren könnten. Die Straße bleibt bis dahin gesperrt.

Reaktionen und Ermittlungen

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) besuchten die Unfallstelle. Wegner dankte der BVG für den schnellen Schienenersatzverkehr und betonte, dass Spekulationen vermieden werden sollten. Die Polizei ermittelt zur Unfallursache. Neben dem Geschwindigkeitsverstoß prüfen Experten auch mögliche Mängel am Gleis, wie einen Schienenbruch. Eine Weiche als Ursache scheidet aus, da es an der Unfallstelle keine gibt.

Hintergrund und Vergleich

Der Streckenabschnitt galt bislang als unauffällig. Die entgleiste Bahn ist die modernste Baureihe der BVG, die siebenteilige „Flexity“ mit 40 Metern Länge. Die mittleren Segmente wurden vollständig zerstört. Die Feuerwehr war mit 59 Kräften im Einsatz. Ein ähnlicher Unfall ereignete sich vor wenigen Wochen in Mailand, bei dem zwei Menschen starben. In Berlin gab es seit Jahren keinen derart schweren Tram-Unfall mehr; die meisten Unfälle in der Vergangenheit wurden durch abbiegende Lastwagen oder Busse verursacht.

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