Eine Großstörung im Streckennetz der Polnischen Staatsbahn hat am Wochenende den Fernverkehr zwischen Deutschland und Polen massiv beeinträchtigt. Eine Oberleitungsstörung zwischen Nowy Tomyśl und Opalenica führte dazu, dass Züge auf der Strecke Berlin–Warschau ausfielen oder umgeleitet werden mussten. Betroffen war unter anderem der Eurocity 49, der am Freitag von Berlin nach Warschau fahren sollte. Reisende mussten auf einen kurzfristig eingerichteten Busersatzverkehr zwischen Zbąszynek und Poznań ausweichen.
Schlechter Zustand der Schienenwege
Die Störung verdeutlicht einmal mehr den schlechten Zustand der Schienenwege zwischen Deutschland und Polen. Verkehrsminister Crumbach sieht Bund und Bahn in der Pflicht, die Infrastruktur dringend zu verbessern. „Es kann nicht sein, dass Reisende immer wieder mit solchen Ausfällen konfrontiert werden“, kritisierte der Minister. „Die Bundesregierung und die Deutsche Bahn müssen endlich handeln, um die Verbindungen zuverlässiger zu machen.“
Auswirkungen auf den Reiseverkehr
Die Störung am Wochenende war nicht die erste ihrer Art. Bereits in der Vergangenheit kam es auf der Strecke immer wieder zu Problemen, die auf veraltete Anlagen und mangelnde Wartung zurückzuführen sind. Für Reisende bedeutete dies lange Wartezeiten und Umwege. Ein Sprecher der Polnischen Staatsbahn erklärte, man arbeite mit Hochdruck an der Behebung des Schadens, doch die Reparaturarbeiten gestalteten sich schwierig.
Forderungen nach Investitionen
Verkehrsexperten fordern seit Langem mehr Investitionen in die grenzüberschreitende Schieneninfrastruktur. Die Strecke zwischen Berlin und Warschau ist eine der wichtigsten Verbindungen in Osteuropa, wird aber seit Jahren vernachlässigt. „Die Politik muss hier endlich Prioritäten setzen“, so ein Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn. Ohne moderne Gleise und Oberleitungen werde der Zugverkehr auf dieser Route weiterhin anfällig für Störungen bleiben.
Blick in die Zukunft
Die Deutsche Bahn kündigte an, gemeinsam mit der Polnischen Staatsbahn ein Konzept zur Modernisierung der Strecke zu erarbeiten. Konkrete Zeitpläne oder Finanzierungszusagen gibt es jedoch noch nicht. Bis dahin müssen Reisende weiterhin mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Die jüngste Großstörung zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf ist.



