Ein mit entzündlichem Gefahrgut beladener Lastwagen ist auf der A8 bei Wiesensteig liegen geblieben und hat einen Großeinsatz ausgelöst. Die Autobahn in Richtung München wurde zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt gesperrt. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Der Verkehr staute sich am Abend auf zehn Kilometer, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Gefahr durch organisches Peroxid
Das Fahrzeug transportierte nach Polizeiangaben organisches Peroxid, einen entzündlichen Stoff. Das Landratsamt Göppingen teilte mit, es sei nicht auszuschließen, dass die unter Druck stehenden Gefahrstoffbehälter sich entzünden und explosiv entladen. Bei der derzeitigen Witterungslage bestehe unmittelbare Waldbrandgefahr. Neben Feuerwehr und Rettungsdienst ist auch der Katastrophenschutzdienst im Einsatz. Rund 250 Rettungskräfte sind vor Ort, so eine Behördensprecherin.
Evakuierungen und verkleinerter Gefahrenbereich
In der Ortschaft Wiesensteig wurden rund 300 Menschen aus ihren Wohnungen und Häusern evakuiert. Sie wurden in einer Turnhalle in Mühlhausen im Täle untergebracht. Der Gefahrenbereich um den Lastwagen wurde am Abend von 500 Metern auf 150 Meter verringert. Es werde weiter geprüft, ob ein Abtransport des Lastwagens möglich ist. Die Feuerwehr hatte zunächst versucht, das Fahrzeug zu kühlen, nahm jedoch später davon Abstand.
Technische Probleme beim Abtransport
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr manövrierten den defekten Lastwagen aus einem unmittelbar gefährlichen Bereich auf einen Parkplatz vor dem Lämmerbuckeltunnel. Ein weitergehendes Wegschaffen des Lastwagens sei aus technischen Gründen derzeit nicht möglich, teilte das Landratsamt Göppingen mit. Eine Fachfirma wurde hinzugezogen, deren Experten die Temperaturentwicklung des Gefahrenstoffs einschätzen sollen.
Krisenstab und Betreuung der Stauenden
In der Feuerwehrleitstelle wurde ein Krisenstab eingerichtet. Um 17:30 Uhr wurde eine außergewöhnliche Einsatzlage für die Gemeinden Hohenstadt, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig festgestellt. Der Katastrophenschutz wurde zur Betreuung und möglichen medizinischen Versorgung der im Stau stehenden Fahrer hinzugezogen.



