Bahn testet Schutzhelme für Sicherheitskräfte gegen zunehmende Gewalt
Bahn testet Schutzhelme für Sicherheitskräfte

Die Deutsche Bahn ergreift neue Maßnahmen gegen die zunehmende Gewalt gegenüber ihren Mitarbeitern. Ab Juni testet der Konzern Schutzhelme für die Sicherheitskräfte der Mobilen Unterstützungsgruppe (MUG) in Berlin. Die Helme, die an die der Bundespolizei erinnern, sollen die Einsatzkräfte vor allem bei eskalierenden Lagen wie Fußballspielen oder Demonstrationen schützen.

Hintergrund des Pilotprojekts

Die Idee zu den Helmen stammt von zwei Mitarbeitern der MUG selbst. Sie hatten das Thema bei einem internen Runden Tisch zur Sicherheit angesprochen. „Wir sind immer öfter mit Einsatzsituationen in Konflikt gekommen, die das übersteigen, was wir kannten“, sagte einer der Initiatoren der Deutschen Presse-Agentur. Besonders bei Fußballspielen oder an Silvester hätten die Sicherheitskräfte zunehmend mit aggressiven Gruppen zu tun gehabt. Es habe Böllerwürfe und Raketenbeschuss gegeben. „Das hat noch mal ein ganz anderes Level angenommen.“

Bisherige Ausrüstung und Zusammenarbeit mit der Polizei

Die Berliner MUG umfasst 15 speziell ausgebildete Sicherheitskräfte. Sie unterstützen bei besonderen Einsatzlagen und arbeiten regelmäßig mit Hundertschaften der Bundespolizei zusammen. Bislang konnten sich Polizeikräfte in kritischen Situationen mit Helmen schützen, die Bahnmitarbeiter jedoch nicht. „Wenn ich keinen Helm habe und bin aber in einer Reihe unterwegs, dann ist ja klar, wo das Gefährdungspotenzial am größten ist“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler der dpa. Wenn Bahnmitarbeiter gemeinsam mit der Bundespolizei im Einsatz seien, müssten sie deshalb auch vergleichbar ausgestattet sein.

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Die MUG-Mitarbeiter sind bislang mit Einsatzhandschuhen, Handfesseln, Einsatzstock, Schutzweste, Einsatzkoppel und Tierabwehrspray ausgestattet. Bundesweit gibt es die Einheiten an zehn Standorten.

Einsatz der Helme nur bei Bedarf

Die Helme sollen nicht dauerhaft getragen werden. Erst wenn eine Lage zu eskalieren droht, werde die Kopfbedeckung aufgesetzt, so die Bahn. Die Sicherheitskräfte erhoffen sich dadurch zusätzlichen Schutz, um auch in kritischen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Bewährt sich das Pilotprojekt, könnten die Schutzhelme nach Angaben der DB ab 2027 bundesweit eingeführt werden.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen der Bahn

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar in einer Regionalbahn in der Westpfalz im Rahmen einer Ticketkontrolle sorgte bundesweit für Entsetzen. Seitdem setzt die Bahn auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Beschäftigte im Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen können sich freiwillig mit Bodycams ausstatten lassen. Im dritten Quartal will die Bahn zudem Modelle mit Tonaufzeichnung testen. Darüber hinaus plant der Konzern mehr Sicherheitspersonal, baut Deeskalationstrainings aus und erprobt auf einzelnen Linien eine Doppelbesetzung mit zwei Zugbegleitern.

Steigende Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Die Zahl der Angriffe auf Bahnmitarbeitende ist zuletzt gestiegen. Nach Angaben der Bundesregierung wurden 2025 rund 2.690 Fälle registriert – etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr.

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