Wal-Obduktion von „Timmy“: Gefahr durch Explosion und Krankheiten
Wal-Obduktion: Explosionsgefahr und Krankheitsrisiken

Wal-Obduktion von „Timmy“: Gefahr durch Explosion und Krankheiten

Am Donnerstagnachmittag soll der Kadaver von Buckelwal „Timmy“ nach Angaben der dänischen Umweltbehörde obduziert werden. Dabei werden Tierärzte, Experten und Forscher aus Museen und Universitäten anwesend sein – in ausreichendem Abstand, versteht sich. Auch Pressevertreter und interessierte Zuschauer haben angekündigt, einen Blick auf die Nekropsie werfen zu wollen. Doch das Vorhaben ist nicht ganz ungefährlich: Der durch Faulgase stark aufgeblähte Körper des Wals birgt eine nicht geringe Explosionsgefahr. Was kann schlimmstenfalls passieren? Und wie läuft die Obduktion ab? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Explosionsgefahr: Womit ist zu rechnen?

Sollte das Tier noch oder während der Obduktion aufgrund der Faulgase unkontrolliert explodieren, können die Folgen für Personen im Umfeld gravierend sein. Der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen berichtete dem „Spiegel“, dass bei einer Explosion „kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft fliegen“ und Umstehende gar „töten können“. Daher werde der Wal vor der Obduktion mit einem scharfen Sektionsmesser kontrolliert entgast. Der Vorgang sei reine „Übungssache, wie eine Bombe entschärfen“, so der Biologe. Ein Schild am Strand von Anholt warnt explizit davor, sich dem toten Wal zu nähern.

Wer wird die Obduktion durchführen?

Madsen selbst wird an der Obduktion beteiligt sein und berichtete, dass man mit „etwa sechs bis sieben Leuten am Wal sein“ werde. Darunter befinden sich erfahrene Tierpräparatoren der Universität Kopenhagen sowie weitere Spezialisten. Geleitet wird die Nekropsie von Tierärzten der dänischen Umweltbehörde. Der Walforscher rechnet mit einem Einsatz von „etwa fünf bis sechs Stunden“.

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Kann der Wal-Kadaver Krankheiten übertragen?

Um sich vor Krankheiten, Viren oder Bakterien zu schützen, die der stark verweste Kadaver freisetzen könnte, will man Madsen zufolge „Schutzkleidung, Schürzen, Masken, Handschuhe tragen“. Das Deutsche Meeresmuseum teilte der „Bild“-Zeitung mit, dass Wal-Kadaver mögliche Krankheitserreger wie Influenza, Toxoplasmose oder Brucellose in sich tragen können. Zwar seien die Experten durch Schutzkleidung geschützt, aber nicht unbedingt die Zuschauer.

Wie läuft die Obduktion ab?

Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums hängt der Ablauf einer Obduktion von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Fundort, dem Ort der Obduktion und dem Verwesungszustand. Generell gibt es ein international gültiges Protokoll, das vorgibt, wie eine Wal-Obduktion durchzuführen ist. Meist wird eine solche Sektion „mit einem Team von 20 bis 30 Personen durchgeführt“. Am Ende wird „ein Großteil des Walkörpers, insbesondere die Fettschicht, fachgerecht durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt“. Ein typischer Ablauf umfasst die Entgasung, die äußere Untersuchung, das Öffnen der Körperhöhlen, die Entnahme von Proben und die Dokumentation.

Warum wird eine Obduktion gefordert?

Jane Hansen vom Dänischen Umweltministerium sagte dem Tagesspiegel, dass man sich von einer Obduktion „wertvolle wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke“ erhoffe. Auch das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund spricht sich für eine Analyse aus. Vor dem Hintergrund, dass die Behörden die Rettungsaktion einer privaten Initiative geduldet haben und es bei der Lebendbergung „menschliche Eingriffe am Buckelwal“ gab, sei eine „unabhängige, forensische Obduktion des Tieres erforderlich“. Für unabhängige Ergebnisse sollte die Nekropsie möglichst von Fachleuten durchgeführt werden, die bisher nicht in Maßnahmen hinsichtlich des Buckelwals involviert waren.

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