Eisige Kälte in Brandenburg: Wie Wildtiere den Frost überleben
Eisige Kälte in Brandenburg: Wie Wildtiere den Frost überleben

Die anhaltende Kälte in Brandenburg setzt Wildtieren wie Rehen, Hirschen und Wildschweinen zu. Kai Hamann, Geschäftsführer des Brandenburger Landesjagdverbandes, warnt vor Verletzungen durch messerscharfe Eisschichten. Die Tiere brechen bei jedem Schritt ein und können sich an den Beinen verletzen. Wildschweine müssen die gefrorene Schicht aufbrechen, um an Nahrung zu gelangen.

Der Jagdverband appelliert an Waldspaziergänger, leise zu sein und auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben, um die Tiere nicht aufzuscheuchen. Hunde sollten an der Leine geführt werden. Bei extremem Wetter kann die sogenannte Notzeit ausgerufen werden, die Jäger verpflichtet, Futter bereitzustellen. Hamann schätzt, dass die Tiere noch etwa eine Woche durchhalten können, bevor politische Maßnahmen nötig werden.

Fischer schlagen Alarm wegen möglichen Sauerstoffmangels in Gewässern. Lars Dettmann vom Landesfischereiverband erklärt, dass bei Eis- und Schneebedeckung die Photosynthese der Wasserpflanzen eingeschränkt wird, was zu Sauerstoffmangel führen kann, besonders in kleineren Seen. Zudem ziehen im Winter bis zu einer Million Kormorane aus Skandinavien nach Brandenburg und konzentrieren sich auf wenige offene Wasserstellen, was den Fischbestand gefährdet.

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Der Naturschutzbund Nabu sieht Wildtiere nicht in besonderer Gefahr. Landesvorsitzender Björn Ellner betont, dass Verhungern ein normaler evolutionärer Prozess sei. Kraniche und Gänse fänden noch genug Nahrung auf Äckern. Im Wildnisgebiet der Lieberoser Heide sind Amphibien, Reptilien und kleine Vögel besonders gefährdet. Kleine Vögel verlieren schnell Energie, während Amphibien und Reptilien ohne ausreichende Rückzugsorte erfrieren können.

Der Zitronenfalter gilt als Überlebenskünstler: Er überwintert ungeschützt an Zweigen und schützt sich mit dem körpereigenen Frostschutzmittel Glycerin. Andere Schmetterlinge und Käfer suchen Zuflucht in Kellern oder Dachböden.

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