Wegen der anhaltend warmen Witterung warnt die Potsdamer Stadtverwaltung vor gesundheitlichen Risiken beim Baden in den örtlichen Gewässern. Konkret besteht am Groß Glienicker See eine erhöhte Gefahr durch Blaualgen, während im Heiligen See Zerkarien (Saugwurm-Larven) nachgewiesen wurden. Die offizielle Badestelle am Groß Glienicker See wird auf dem Landesportal zur Wasserqualität mit dem Hinweis „Gefahr einer Algen- und Blaualgenmassenentwicklung“ geführt. Badegäste werden aufgefordert: „Bitte eigenverantwortlich handeln!“
Offizielle Badestellen unter Kontrolle
Die drei offiziellen Badestellen in Potsdam – am Groß Glienicker See, am Park Babelsberg und am Templiner See – werden laut Stadt im Vier-Wochentakt überwacht. Während es für die Strandbäder am Park Babelsberg und am Templiner See derzeit keine Beanstandungen gibt, ist die Lage am Groß Glienicker See angespannt. Die Stadt erklärte in einer Mitteilung vom Montag, dass bei steigenden Wassertemperaturen ein verstärktes Wachstum von Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen, auftreten könne. Diese Bakterien bilden gesundheitsgefährdende Stoffe, weshalb die Stadt empfiehlt, beim Baden möglichst kein Wasser zu schlucken.
Verhaltensregeln bei Blaualgen
Vom Baden wird grundsätzlich abgeraten, wenn man seine Füße im knietiefen Wasser nicht mehr sieht. Der Aufenthalt in Bereichen mit blaugrünen Schlieren sollte unbedingt vermieden werden. Nach dem Baden empfiehlt die Stadt, gründlich zu duschen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder. Bei Hautreizungen, Erbrechen oder Durchfall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Die Warnung gilt nicht nur für den Groß Glienicker See, sondern kann bei anhaltender Wärme auch andere Gewässer betreffen.
Zerkarien im Heiligen See
Neben Blaualgen warnt die Stadt auch vor Zerkarien, den Larven von Saugwürmern, die wärmebedingt vermehrt auftreten können. Diese Larven können in die Haut eindringen und eine meist harmlose Hautreaktion mit Quaddeln verursachen. Ein PNN-Leser berichtete bereits am Freitag von Zerkarien am Heiligen See. Eine Stadtsprecherin bestätigte, dass dies nicht unwahrscheinlich sei, da Zerkarien dort bereits früher nachgewiesen wurden. Die Stadt rät, pflanzenreiche Randbereiche der Gewässer vor allem morgens zu meiden und wasserabweisende Sonnencreme aufzutragen, um das Eindringen der Larven zu erschweren. Zudem solle man nicht bewegungsarm im Wasser verweilen.
Die Hinweise gelten für alle Potsdamer Gewässer. Die Stadt appelliert an die Eigenverantwortung der Badegäste, die Warnhinweise ernst zu nehmen und bei Unsicherheiten auf das Baden zu verzichten.



