Die Armutsquote in Berlin hat einen neuen Höchststand erreicht. Laut einem aktuellen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lag die Quote im Jahr 2025 bei 18,7 Prozent. Das sind 2,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und sogar fünf Prozentpunkte mehr als 2023. Damit liegt die Hauptstadt klar über dem bundesweiten Durchschnitt von 16,1 Prozent.
Brandenburg bleibt stabil
In Brandenburg hingegen blieb die Armutsquote nahezu unverändert bei 14,7 Prozent. Damit liegt das Land unter dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit sind laut Verband 13,3 Millionen Menschen von relativer Einkommensarmut betroffen. „Das ist ein trauriger Rekord“, betonte der Verband. In keinem vorangegangenen Jahr waren so viele Menschen in Deutschland armutsgefährdet.
Definition von Armutsgefährdung
Als armutsgefährdet gelten Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. Für Alleinlebende lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro im Monat, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro. Die Daten basieren auf einer EU-weiten Definition und wurden vom Statistischen Bundesamt bereits im Februar veröffentlicht.
Große regionale Unterschiede
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich. Die niedrigsten Armutsquoten verzeichnen Bayern mit 12,6 Prozent und Baden-Württemberg mit 13,2 Prozent. Die höchsten Quoten gibt es in Bremen (27,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (21,3 Prozent), Hamburg (18,9 Prozent) und Berlin. In Berlin sind besonders Stadtteile wie Reinickendorf betroffen, wo die Bezirke neue Maßnahmen zur Armutsbekämpfung ergreifen.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband forderte angesichts der Zahlen ein entschlosseneres politisches Handeln. „Die Politik muss endlich gegensteuern, damit die Armut nicht weiter steigt“, sagte ein Sprecher. Die steigenden Lebenshaltungskosten und die Inflation verschärften die Lage vieler Haushalte zusätzlich.



