Chlorgas-Alarm: Feuerwehr evakuiert Freibad in Kempen
Chlorgas-Alarm: Feuerwehr evakuiert Freibad in Kempen

Chlorgas-Alarm in Kempen: Feuerwehr evakuiert Freibad mit 600 Gästen

Kempen – Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad Celsius lockten am Samstagmorgen zahlreiche Badegäste ins kombinierte Frei- und Hallenbad „AquaSol“ in Kempen am Niederrhein. Doch die Freude über die Abkühlung währte nur kurz: Gegen 10.54 Uhr schlug die Gefahrenmeldeanlage in der Chlorgasaufbereitung Alarm. Die Feuerwehr rückte sofort an und evakuierte das gesamte Bad. Rund 600 Badegäste mussten das Gelände verlassen, viele standen in Badekleidung vor dem Eingang.

Technischer Defekt vermutlich Auslöser

Die Freiwillige Feuerwehr Kempen (Nordrhein-Westfalen) wurde umgehend alarmiert und durch Einsatzkräfte aus Nachbarstädten unterstützt. „Wir haben sofort alles abgesperrt und über die Nina-App eine Warnung veröffentlicht. Anschließend führten wir erste Messungen durch, die jedoch negativ ausfielen“, erklärte Sprecher Christian Ullmann. Feuerwehrleute in Schutzanzügen betraten den Technikbereich, maßen erneut und drehten sämtliche Chlorgasflaschen ab. „Wir gehen davon aus, dass ein technischer Defekt die Ursache war. Entweder ist eine geringe Menge Chlorgas ausgetreten oder ein Sensor hat fälschlicherweise ausgelöst“, so Ullmann weiter.

Keine Verletzten, Bad bleibt geschlossen

Nach drei Stunden war der Einsatz beendet. Polizisten sammelten die von den Gästen zurückgelassenen Taschen ein. Das „AquaSol“ teilte mit, dass das Bad aus Vorsicht den gesamten Tag geschlossen bleibe. „Nach aktuellem Stand wurden keine Personen verletzt. Sobald die Sicherheit für unsere Gäste und Mitarbeitenden gewährleistet ist, öffnen wir wieder. Aktuell gehen wir davon aus, dass das AquaSol morgen wieder regulär geöffnet sein kann“, hieß es in einer Mitteilung des Betreibers.

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Gefahren von Chlorgas

Chlor wird in Schwimmbädern zur Desinfektion eingesetzt, unterliegt jedoch strengen Sicherheitsvorschriften. Die Deutsche Gesellschaft für Toxikologie warnt: Chlor ist gasförmig und stark reizend für Haut und Augen. Beim Einatmen reagiert Chlorgas mit der Feuchtigkeit der Schleimhäute und wirkt als Lungengift. Bei längerer Einwirkung kann es zu Bluthusten und Atemnot kommen. „Bei höheren Konzentrationen besteht die Gefahr von Lungenödemen, schweren Lungenschäden bis hin zum Atemstillstand“, so die Experten.

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