Weniger Geflüchtete in Potsdam: Unterbringungsengpass vorerst abgewendet
Weniger Geflüchtete in Potsdam: Engpass abgewendet

In Potsdam sind in den vergangenen Monaten deutlich weniger Geflüchtete angekommen als zu Jahresbeginn erwartet. Dies geht aus einer aktuellen Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage hervor. Damit scheint ein befürchteter Engpass bei der Unterbringung von Asylbewerbern vorerst abgewendet. Gleichzeitig hat die Stadt konkrete Zeitpläne für die Modernisierung und Erweiterung mehrerer Flüchtlingsunterkünfte vorgelegt.

Aufnahmezahlen deutlich niedriger als prognostiziert

Zum Stichtag 3. Juni hat Potsdam lediglich 159 Menschen neu aufgenommen. Das entspricht knapp 30 Prozent des für dieses Jahr festgesetzten Aufnahmesolls von 523 Personen. Diese Zahl war von der Sozialverwaltung im Februar als Worst-Case-Szenario genannt worden, da die bestehenden Kapazitäten weitgehend ausgelastet sind. Damals stand sogar die erneute Einrichtung von Notunterkünften im Raum.

Ein Sprecher des Landessozialministeriums erklärte, das Aufnahmesoll von 523 Personen sei eine Prognose, die mindestens halbjährlich überprüft werde. Auch in den vergangenen Jahren seien teils deutlich weniger Menschen gekommen als erwartet.

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Neue Unterkunft am Patrizierweg und Erweiterung an der Marquardter Chaussee

Das Rathaus hat seine Pläne für einzelne Flüchtlingsheime konkretisiert. Neu hinzu kommt ein Wohnverbund der kommunalen Pro Potsdam am Patrizierweg im Stadtteil Stern. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Das Projekt hatte sich aufgrund eines Wasserschadens verzögert.

Für die bestehende Anlage an der Marquardter Chaussee hat der Kommunale Immobilienservice (Kis) kürzlich den Bauantrag eingereicht. Geplant sind dort künftig bis zu rund 310 Plätze. Nun gibt es erstmals einen Zeitplan: Der Standort soll frühestens Ende 2027 fertiggestellt werden.

Modernisierung an der Pirschheide bis 2029

An der Pirschheide im Potsdamer Westen sollen abgenutzte Wohncontainer ersetzt und der Standort auf rund 180 Plätze erweitert werden. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Schritten bis Januar 2029. Zunächst wird die Südseite des Grundstücks bis Februar 2028 neu angelegt. Die Verwaltung betont, dass während der gesamten Bauzeit mindestens eine Anlage in Betrieb bleibt, um zu viele Umzüge in andere Stadtteile zu vermeiden.

Zeppelinstraße: Neubau nur auf dem Papier

Andere Vorhaben existieren bisher nur auf dem Papier. So teilte das Rathaus auf Anfrage der AfD-Fraktion mit: „In der Zeppelinstraße 55 ist der Ersatz des Altstandorts sowie der Containeranlage durch einen Neubau in wohnähnlichem Standard geplant.“ Allerdings sei das Vorhaben bisher nicht im Wirtschaftsplan des Kis aufgenommen. „Die Umsetzung ist damit nicht kurzfristig realisierbar und es existiert momentan kein Zeitplan zur Durchführung“, so die Sprecherin.

Aktuelle Auslastung der Unterkünfte

Die bestehenden Unterkünfte sind stark ausgelastet. Nach Zahlen der Stadt vom 28. April waren von 25 Standorten mehrere überbelegt – darunter die Einrichtungen in der Gluck- und Grotrianstraße mit je 111 Prozent sowie die Stormstraße mit 109 Prozent. Rechnerisch lag die Gesamtauslastung bei rund 97 Prozent. Tatsächlich freie Plätze gibt es kaum noch. Zudem wird der Wohnungsverbund An den Kopfweiden bereits leergezogen, was die Lage zusätzlich verschärft, obwohl der Vertrag dort erst Ende November ausläuft.

Betreiberverträge laufen aus

Bewegung gibt es bei den Betreiberverträgen. Gleich zehn Verträge für Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungsverbünde laufen bis Ende 2027 aus – darunter die Einrichtungen in der David-Gilly-Straße, am Handelshof und in der Peter-Huchel-Straße noch in diesem Jahr. Die Ausschreibungen zur Neuvergabe werden derzeit vorbereitet. Planmäßig beendet wird Ende 2027 die Nutzung der Unterkunft an der Ketziner Straße in Fahrland.

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