Trauer nach Gewalttat mit sechs Toten: Gedenken in Stade und Garbsen
Trauer nach Gewalttat: Gedenken in Stade und Garbsen

Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ist die Trauer weiterhin groß. Zahlreiche Menschen nahmen bei Gedenkveranstaltungen in Garbsen und Stade Anteil und suchten Trost in der Gemeinschaft. Die Gewalttat ereignete sich am Montag, als ein 45-jähriger Mann mutmaßlich im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit um seine kleine Tochter in der Einrichtung das Feuer eröffnete.

Stiller Trauermarsch und Benefizkonzert in Stade

In Stade schlossen sich viele Menschen am Nachmittag einem stillen Trauermarsch an. Im Anschluss fand ein Konzert statt, dessen Erlöse an die Jugendhilfeeinrichtung und die Hinterbliebenen gespendet werden sollen, wie die Organisatoren, darunter der Verein Abend fürs Leben, mitteilten. Die Stadt und die Einwohner zeigten sich tief betroffen von dem Verbrechen, bei dem drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover und drei Menschen aus der Einrichtung ums Leben kamen.

Interreligiöse Gedenkfeier in Garbsen

Bereits am Vormittag luden die Stadt Garbsen und die Region zu einer interreligiösen Gedenkfeier in der Aula eines Schulzentrums ein. Die Andacht bot den Menschen die Möglichkeit zu trauern, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Lies (SPD) erinnerte in einer Rede an die drei Mitarbeiter des Jugendamtes, die sich auf den Weg nach Stade zu einem Gespräch in die Jugendhilfeeinrichtung gemacht hatten, um ihre Aufgabe zu erfüllen – und dann getötet wurden.

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„Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle“, sagte Lies laut Redemanuskript. „Wir sind im ganzen Land vereint – in unserer Trauer, in unserer Fassungslosigkeit – und auch in der Wut darüber, dass ein solches Verbrechen geschehen kann.“ Der SPD-Politiker betonte die Solidarität mit den Kollegen der Getöteten in Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendämtern und sozialen Diensten. „Viele von ihnen gehen in diesen Tagen mit einem anderen Gefühl zur Arbeit. Mit großer Verunsicherung? Mit Angst? Viele fragen sich, ob sie sicher sind. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen“, sagte der Ministerpräsident. „Es ist jetzt unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für andere Menschen da sind, mit dieser Verunsicherung nicht allein gelassen werden.“

Zugangsbeschränkungen in Burgdorf

Die Stadt Burgdorf in der Region Hannover kündigte unterdessen an, den Zugang zu einem Gebäude der Stadtverwaltung einzuschränken, in dem unter anderem die Abteilungen Jugendhilfe, Schulen sowie Familien und Kinder untergebracht sind. „Die Ereignisse in Stade haben uns alle tief betroffen gemacht“, sagte Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) in einer Mitteilung. „Zugleich nehmen wir sehr ernst, dass das Sicherheitsbedürfnis unserer Mitarbeitenden gestiegen ist.“ Mit einer angepassten Zugangsregelung schaffe die Stadt kurzfristig mehr Kontrolle, ohne den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern einzuschränken.

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