Schüsse im Wettbüro Gießen: Prozessauftakt ohne Aussage des Angeklagten
Schüsse im Wettbüro: Prozessauftakt ohne Aussage

Am Landgericht Gießen hat der Prozess gegen einen 34-jährigen Mann begonnen, der verdächtigt wird, im Oktober vergangenen Jahres in einem Wettbüro am zentralen Marktplatz in Gießen vier Schüsse abgegeben und dabei drei Menschen verletzt zu haben. Die Anklage lautet auf versuchten heimtückischen Mord, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Der Prozessauftakt fiel kurz aus, da der Angeklagte sich zu den Vorwürfen nicht äußerte.

Hergang der Tat

Laut Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger soll sich die Tat am 11. Oktober 2025 innerhalb von Sekunden abgespielt haben. Der Angeklagte habe das Wettbüro betreten, eine halbautomatische Selbstladepistole gezogen und gezielt auf zwei vor ihm sitzende Personen geschossen. Dabei sei ein Schuss abgeprallt und habe eine weitere Person getroffen, die an einem Spielautomaten saß. Nach Verlassen des Wettbüros habe der 34-Jährige einen weiteren Schuss auf den Eingang abgegeben, jedoch niemanden getroffen. Anschließend habe er die Waffe in einer Mülltonne entsorgt und sei zu seiner Wohnung gegangen. Noch am selben Abend wurde er festgenommen.

Opfer und Ermittlungen

Die drei Opfer im Alter von 16, 27 und 40 Jahren erlitten Verletzungen an Beinen und Oberkörper. Die Ermittler gehen aufgrund von Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und Handyauswertungen davon aus, dass eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem der Geschädigten im September 2025 der Auslöser für die Tat gewesen sein könnte. Dieser Geschädigte ist Nebenkläger im Prozess, erschien jedoch nicht zum Auftakt. Die anderen Beteiligten kannten sich laut Hauburger teilweise untereinander, waren aber nicht direkt in den vorangegangenen Streit involviert.

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Weiterer Verlauf

Die Hintergründe des Tatmotivs sind noch unklar. Der Oberstaatsanwalt hofft, dass die Hauptverhandlung Licht ins Dunkel bringt. Der Angeklagte schwieg zunächst, aber sein Verteidiger Frank Richtberg kündigte eine Einlassung für den nächsten Verhandlungstermin am 22. Juni an. Das Gericht nutzte den ersten Prozesstag, um Überwachungskameraaufnahmen des Wettbüros und der Stadtwerke Gießen zu sichten.

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