Buckelwal „Timmy“: Obduktion auf Anholt startet am Donnerstag
Buckelwal „Timmy“: Obduktion startet am Donnerstag

Wal-Newsblog: Die aktuellen Entwicklungen

Der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, der von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt wurde, ist tot. Nach einer beispiellosen Rettungsaktion unter der Leitung einer privaten Initiative wurde der Wal über die dänische Ostsee in die Nordsee geschleppt. Wenige Tage später meldeten die Behörden, dass vor der dänischen Küste ein toter Wal entdeckt wurde, bei dem es sich um „Timmy“ handelt. Die Entwicklungen im Überblick.

12:58 Uhr: Obduktion soll am Donnerstagnachmittag starten

Am Strand von Anholt wurden weitere Vorbereitungen für die am Donnerstag geplante Obduktion von Buckelwal „Timmy“ getroffen. Bereits in der vergangenen Woche wurde der Kadaver mithilfe eines Radlagers und eines Stahlseils aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Nun wurde der sandige Untergrund geglättet, wie in Livestream-Aufnahmen der Videonachrichtenagentur News5 zu sehen war. Zudem wurden mit einem Traktor Metallplatten neben dem Wal-Kadaver ausgelegt und darauf drei große Container abgestellt.

Der dänische TV-Sender „TV2“ berichtete unter Berufung auf die dänische Umweltschutzbehörde, dass die Obduktion am „späten Donnerstagnachmittag“ stattfinden soll. „Es wird ein Absperrband um den Arbeitsbereich errichtet, und wir bitten alle, ausreichend Abstand zu halten“, sagte ein Sprecher. Jane Hansen vom Umweltministerium bestätigte, dass auch Tierärzte, Experten und Forscher aus Museen und Universitäten anwesend sein werden. Bei der Obduktion werde der Kadaver genauer untersucht und es sollen Proben für Forschungszwecke entnommen werden.

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1.6.2026, 09:25 Uhr: Buckelwal beschert Staatsanwaltschaft viel Arbeit

Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und inzwischen tot auf einer dänischen Insel liegende Buckelwal beschert der Staatsanwaltschaft Schwerin ein längeres Nachspiel. Dreistellig sei mittlerweile die Anzahl der Vorgänge mit Wal-Bezug, sagte Jonas Krüger, Sprecher der Ermittlungsbehörde, der Deutschen Presse-Agentur. Diese Masse an Eingaben sei für die Staatsanwaltschaft seines Wissens ein neues Phänomen. Sie stammen nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, landen aber wegen der Zuständigkeit in Schwerin.

Es handle sich bei den Vorgängen nicht nur um Anzeigen, sondern teils auch um Hinweise. Menschen hätten etwa ihre Hilfe angeboten. „Ich kann auch mit Walen reden“, habe etwa jemand geschrieben. Es seien „aberwitzige“ Dinge dabei. Die Anzeigen gingen in unterschiedliche Richtungen: Aus der Zeit, als man sich entschieden hatte, den Wal in Ruhe zu lassen, stammten Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung. Später gab es Anzeigen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, die sich gegen die Transportmaßnahmen richteten. Angezeigt wurden unter anderem Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums.

30.5.2026, 16:53 Uhr: Wal-Obduktion am Donnerstag geplant

Der Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals soll am kommenden Donnerstag auf der dänischen Insel Anholt untersucht werden. Bei der öffentlichen Obduktion dürfen mit etwas Abstand auch Presse und Schaulustige zusehen. Tierärzte und Behördenvertreter werden erwartet. „Die Obduktion wird am Nachmittag beginnen und etwa sechs Stunden dauern“, sagte Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung. Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen prognostizierte: „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken.“

Zuvor hatte ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Im Sand hinterließ der aufgeblähte Kadaver eine riesige Furche. „Alles ist nach Plan verlaufen“, kommentierte Abildstrøm. Ursprünglich war geplant, den Kadaver per Boot nach Jütland zu schleppen, doch wegen des fortgeschrittenen Verwesungszustands wurde der Plan aufgegeben.

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14:32 Uhr: Wal-Retter zufolge soll „Timmy“ 240 Kilometer weit gereist sein

Der US-amerikanische Walexperte Jeffrey Foster vom Whale Sanctuary Project war maßgeblich an der Rettungsaktion beteiligt. Er gab neue Informationen zu den Tracker-Daten des Wals bekannt: „Die Daten zeigen, dass der Wal mehr als 150 Meilen gereist ist.“ Der GPS-Tracker habe fast eine Woche lang Signale gesendet. „Über einen Zeitraum von sechs Tagen zeichnete der Tracker mehr als 50 Positionsübertragungen und mehr als 30 Tiefenaufzeichnungen auf.“ Das Tier sei mehr als 150 Meilen (241,4 Kilometer) vom Freilassungsort gereist und einmal bis zu 150 Meter tief getaucht. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht, da die Tracker-Daten noch nicht veröffentlicht wurden. Die Geldgeberin der Initiative, Karin Walter-Mommert, sagte zuvor, dass das Gerät später nur noch „Datenmatsch“ gesendet habe. Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern bestätigte, dass der Tracker aus Dänemark abgeholt und ausgewertet werde.

10:07 Uhr: Bergung von „Timmy“ gestartet

Auf der dänischen Insel Anholt haben die Arbeiten am Kadaver begonnen. Im Livestream war zu sehen, wie ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser an Land zog.

09:02 Uhr: Verwesender „Timmy“ wird an Land gezogen

Der vor Anholt liegende Kadaver wurde an Land gezogen. Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen warnte vor starkem Gestank und Ansteckungsgefahr. Er glaubt, dass das Tier von vornherein keine Chance hatte: „Das war ein krankes, entkräftetes Tier, das nicht gerettet werden konnte.“ Die Aktion sei „reine Tierquälerei“ gewesen. Tierärzte werden nach Resten von Fischernetzen und Plastik im Darm suchen. „Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark haben Fischernetze eine Rolle bei ihrem Tod gespielt“, so Madsen.

29.5.2026, 15:17 Uhr: Schweres Gerät soll auf Anholt eintreffen

Das dänische Umweltministerium berichtete, dass der Kadaver direkt auf Anholt geborgen und obduziert werden soll. Die Arbeiten sollen in zwei Phasen stattfinden: Am Wochenende wird der Kadaver an Land gezogen, gegen Ende der nächsten Woche folgen Obduktion und wissenschaftliche Untersuchungen. Ein Traktor traf ein, um den Strand freizuräumen. Am Freitagabend soll eine Passagierfähre mit einem Bagger und einem Unimog anlegen.

14:36 Uhr: Wal-Retter vermessen Wal-Kadaver

Am Strand von Anholt vermaßen zwei Männer den Kadaver. Sie gehören angeblich zum „Team Hope“, einer privaten Rettungsinitiative. Die Geldgeberin Karin Walter-Mommert sagte, die Männer hätten nicht im Auftrag der Initiative gehandelt und würden „das Dabeisein bei einer Obduktion“ gefährden. Das Umweltministerium warnt vor Explosionsgefahr durch Verwesungsgase und Krankheitsübertragung.

13:55 Uhr: Tierärztin Tönnies bezeichnet Obduktionspläne als „völliges Versagen“

Tierärztin Kirsten Tönnies, die an der Rettungsaktion beteiligt war, kritisierte die geplante Obduktion scharf: „Die Autopsie da oben in Dänemark: völliges Versagen – schon wieder.“ Sie habe Gewebeproben des Wals an ein Labor geschickt, um zweifelsfrei festzustellen, ob es sich um dasselbe Tier handelt. „In vier Wochen wissen wir definitiv: Ist es dasselbe Tier.“ Die Umweltministerien Dänemarks und Mecklenburg-Vorpommerns hatten bereits bestätigt, dass es sich um denselben Wal handelt.

6:19 Uhr: Wal-Skelett soll nicht nach Stralsund kommen

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund wird nicht an der Obduktion teilnehmen. Eine Sprecherin sagte: „Vom Deutschen Meeresmuseum wird niemand bei der Obduktion vor Ort sein. Wir haben bisher keinerlei Anfragen gestellt.“ Man wolle sich auf die Obduktionsergebnisse beschränken. Das Skelett von „Timmy“ soll nicht im Meeresmuseum ausgestellt werden.

5:19 Uhr: Obduktion am Wochenende geplant

Das dänische Umweltministerium teilte mit, dass der Kadaver auf Anholt geborgen und obduziert wird. „Die Umstände rund um den gestrandeten Buckelwal bei Anholt haben sich derart verändert“, sagte Jane Hansen. Aufgrund der Wetterbedingungen sei ein Transport nach Grenaa unmöglich. Die Arbeiten erfolgen in zwei Phasen: Am Wochenende wird der Kadaver an Land gezogen, Ende nächster Woche folgen Autopsie und wissenschaftliche Untersuchungen. „Der Wal befindet sich in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand“, betonte Hansen.