Bistum Aachen prüft angebliche Marien-Erscheinungen aus Sievernich
Bistum Aachen prüft Marien-Erscheinungen

Das Bistum Aachen lässt angebliche Marien-Erscheinungen aus der nordrhein-westfälischen Ortschaft Sievernich offiziell prüfen. Wie aus dem „Kirchlichen Amtsblatt“ hervorgeht, wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt, die die Vorfälle aus den frühen 2000er Jahren bewerten soll. Den Vorsitz des vierköpfigen Expertengremiums übernimmt der Rechtswissenschaftler und Staatskirchenrechtler Stefan Mückl aus Rom.

Hintergrund der Prüfung

Ein Sprecher des Bistums erklärte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), dass das vatikanische Dikasterium für die Glaubenslehre vor zwei Jahren neue Normen für die Beurteilung mutmaßlich übernatürlicher Phänomene erlassen habe. „Auf Grundlage dieser Normen gibt es jetzt eine Verfahrenssicherheit, mutmaßlich übernatürliche Phänomene zu beurteilen“, so der Sprecher. Bischof Helmut Dieser habe daraufhin die Kommission berufen, um die Berichte aus Sievernich zu untersuchen.

Die Schilderungen der Frau

Anfang der 2000er Jahre behauptete eine Frau aus Düren, ihr sei in der kleinen Pfarrkirche Sankt Johann Baptist in Sievernich die Gottesmutter erschienen. Die Erscheinung sei ganz in Weiß gekleidet gewesen und habe einen bodenlangen Schleier getragen. Zwei zentrale Botschaften seien immer wieder vorgekommen: Man solle viel beten, und Maria stehe den Menschen in Not bei. Die Frau, die von Medien als Manuela S. bezeichnet wurde, gab an, dass die Erscheinungen zunächst monatlich stattfanden.

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Pilgerströme nach Sievernich

Die Berichte lockten zunehmend Pilger aus der gesamten Region in den 500-Einwohner-Ort westlich von Köln. Im Oktober 2002, als die Frau die letzte vorher angekündigte Erscheinung erlebte, versammelten sich mehrere Hundert Menschen. Mehrere ehrenamtliche Ordner waren nötig, um die Menschenmassen zu kontrollieren, wie Regionalzeitungen damals berichteten. Nach dem Ende der regelmäßigen Erscheinungen am jeweils ersten Montag des Monats soll es laut Manuela S. bis 2005 noch unregelmäßige Begegnungen mit Maria gegeben haben.

Bedeutung der Untersuchung

Die Prüfung durch die Kommission ist ein wichtiger Schritt für das Bistum, um die Glaubwürdigkeit der angeblichen Erscheinungen zu bewerten. Die neuen vatikanischen Normen bieten dabei einen klaren Rahmen. Die Entscheidung der Kommission könnte weitreichende Folgen haben, sowohl für die Gläubigen, die an die Erscheinungen glauben, als auch für die kirchliche Lehre. Es bleibt abzuwarten, ob die Phänomene als übernatürlich anerkannt oder als nicht glaubwürdig eingestuft werden.

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