Remmo-Clan: Abdallah Remmo erneut vor Gericht – Fluchtversuch aus KMV
Abdallah Remmo erneut vor Gericht: Fluchtversuch aus KMV

Remmo-Clan: Erneuter Prozess gegen Abdallah Remmo

Erst zwei Monate sind vergangen, seit die Remmo-Brüder Asies (28) und Abdallah (23) ihre letzten Urteile am Landgericht erhielten. Asies wurde zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, unter anderem wegen Anstiftung zu Brandanschlägen auf Fahrzeuge von Justizvollzugsbediensteten vor dem Gefängnis Heidering in Brandenburg. Sein Bruder Abdallah erhielt zwei Jahre und sechs Monate für eine der Brandstiftungen. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Nun steht der jüngere Remmo erneut vor Gericht.

Anklage: Versuchte Befreiung aus dem Krankenhaus

Laut Anklage soll Abdallah Remmo versucht haben, seinen älteren Bruder aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzugs (KMV) zu befreien. In der Nacht des 20. Dezember 2023 soll er mit mindestens drei Komplizen – vermummt und in schwarzer Kleidung, ausgerüstet mit einem Trennschleifer und einem Spreizer – im Berliner Ortsteil Buch angerückt sein. Die Bande soll zwei Zäune aufgeflext und eine Tür aufgehebelt haben. Der Sachschaden beläuft sich auf 1.551 Euro. Es fehlte nur noch das Fenstergitter zum Zimmer des Bruders. Doch dann löste der Alarm aus, und die Täter mussten fliehen.

„Dumm gelaufen“ – Kommentar des Bruders

„Dumm gelaufen“, soll Asies später den Misserfolg gegenüber einem Polizisten (38) kommentiert haben. „Aber bei 9 von 10 Malen gewinnen wir.“ Der Polizist sagte als Zeuge aus: „Wir fuhren Streife, als der Einsatz wegen Hausfriedensbruchs kam.“ Vor dem Krankenhausgelände stand ein heller BMW. Der Fahrer trug eine Sturmhaube und raste sofort davon, als er die Polizei sah – ebenso wie ein zweiter Pkw. Der Beamte: „Ich notierte schnell die Kennzeichen … aber die gehörten nicht zu den Fahrzeugen.“

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Alarm und Ermittlungen

Bereits gegen 3 Uhr hatte der Wachschutz bei einer Krankenschwester (60) Alarm geschlagen, dass jemand versuchen würde, von außen in das Krankenhaus einzudringen. „Die Patienten, die sich sonst frei bewegen können, wurden eingeschlossen. Wir sind dann von Tür zu Tür.“ Hinter einer Tür nahm sie Gekreische wahr, „wie von einem Kind“, und einen Brandgeruch. Ihr Versuch, die Tür zu öffnen, misslang: „Ein abgebrochener Schlüssel steckte im Schloss.“ Es handelte sich um die Tür zum Zimmer von Asies Remmo. Als die Polizei schließlich vor seiner Tür stand, öffnete er von innen, ging auf die Knie und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Später, erinnert sich ein Beamter, habe er gefragt: „Was macht ihr so spät hier? Eigentlich wäre ich weg gewesen …“ Und er habe noch gesagt: „Ich habe in letzter Zeit viel ferngesehen, ‚Prison Break‘ auf Netflix.“

Beweise am Tatort

Im Zimmer von Asies fanden die Beamten 300 Euro und ein verbotenes Handy. Kurz darauf in seiner Socke noch ein zweites. Der Polizist: „Er lief in seinen Badelatschen nämlich so komisch.“ Auch auf der Wiese vor dem Gitterfenster wurde die Polizei fündig: Eine Flex, ein Sägeblatt, eine Stirnlampe und einen Hocker hatten die „Befreier“ zurückgelassen. An einem der Gegenstände wurde die DNA des Angeklagten sichergestellt.

Schweigen vor Gericht

Zu den Vorwürfen schwieg Abdallah vor Gericht. Die Fortsetzung des Prozesses ist für den 16. Juni geplant.

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