Mediziner warnt: Wann intensiver Sport für Kinder riskant wird
Wann intensiver Sport für Kinder riskant wird

Kinder, die vier- bis sechsmal pro Woche intensiv trainieren, benötigen ausreichend Erholung. Fehlt diese dauerhaft, kann selbst gesunde Bewegung gesundheitliche Risiken bergen. Darauf weist Prof. Jannos Siaplaouras, Kinderkardiologe und Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin, hin.

Bewegungsmangel ist das größere Problem

Zunächst stellt der Experte klar, dass das größte Problem meist nicht zu viel, sondern zu wenig Bewegung sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen täglich mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität. Laut KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts erreichen dieses Ziel jedoch nur rund 26 Prozent der drei- bis 17-Jährigen in Deutschland.

Wenn Belastung die Erholung überholt

Kritisch wird Sport vor allem dann, wenn hohe Trainingsumfänge auf zu wenig Regeneration treffen. Fehlen diese Pausen über längere Zeit, droht eine Überlastung. Typische Warnzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Schlafprobleme, häufige Infekte, Schmerzen, Verletzungen und ein deutlicher Leistungsabfall. Deshalb empfiehlt Siaplaouras ein bis zwei sportfreie Tage pro Woche sowie längere Pausen vom Wettkampfbetrieb.

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Zu wenig Energie für den Körper

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Wer durch Training, Wachstum, Schule und Alltag viel Energie verbraucht, muss diese auch wieder aufnehmen. Bekommt der Körper dauerhaft zu wenig Energie, sprechen Mediziner vom RED-S-Syndrom (Relative Energy Deficiency in Sport). Die Folgen betreffen nicht nur das Gewicht, sondern auch Hormone, Knochen, Stoffwechsel, Immunsystem und die Leistungsfähigkeit. Gerade in Wachstumsphasen gilt: Kinder, die viel trainieren, müssen auch ausreichend essen.

Einseitiges Training erhöht Risiken

Experten warnen davor, Kinder zu früh auf nur eine Sportart festzulegen – das belastet den Körper einseitig. Stattdessen wird abwechslungsreiche Bewegung empfohlen, um verschiedene Fähigkeiten zu fördern. Auch psychischer Druck durch Erwartungen oder Leistungsdenken kann problematisch werden. Deshalb sollten Kinder vor allem aus Freude am Sport trainieren.

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