Beim zweitägigen „Vision Zero“-Summit im Berliner Axel-Springer-Hochhaus kommen führende Krebsmediziner zusammen, um einen Masterplan gegen vermeidbare Krebstode zu entwickeln. Jedes Jahr erhalten in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen die Diagnose Krebs. Die gemeinnützige Initiative „Vision Zero“ hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zahl auf null zu reduzieren.
Alarmierende Zahlen: Jedes Jahr stirbt eine ganze Stadt
„250.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an Krebs – das ist so viel, wie Freiburg Einwohner hat“, sagt „Vision Zero“-Geschäftsführer Dr. Georg Ralle (75). „Das muss man sich mal vorstellen: Jedes Jahr stirbt einmal Freiburg.“ Diese Zahlen sind für die führenden deutschen Krebsmediziner ein Alarmsignal. Einen Zustand, den sie nicht länger akzeptieren wollen. „Wir müssen endlich dem Krebs die Rote Karte zeigen“, betont Ralle.
Mehr als 100 Top-Experten entwickeln Masterplan
Deshalb treffen sich am Montag (15. Juni) und Dienstag (16. Juni) mehr als 100 Top-Experten aus Medizin, Forschung, Politik und forschender Industrie im Berliner Axel-Springer-Hochhaus zum „Vision Zero“-Summit. Gemeinsam erarbeiten sie einen Masterplan, um jeden vermeidbaren Krebstod zu verhindern. Die Schlüssel dafür sind: bessere Prävention, frühere Diagnosen, schnellerer Zugang zu innovativen Therapien und eine stärker am einzelnen Patienten orientierte Versorgung.
Die Diagnose Krebs ist eine Katastrophe
„Die Diagnose Krebs ist in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe“, so Ralle gegenüber BILD. Zunächst natürlich für die Betroffenen und ihre Familien. Sie müssen Ängste und Sorgen aushalten und die Folgen der Erkrankung und Therapie gemeinsam bewältigen. Deshalb versteht sich der Gipfel nicht nur als wissenschaftlicher Kongress, sondern bezieht auch stets Patienten in die Diskussionen ein. Ralle: „Betroffene wissen am besten, was getan werden muss, um ihr Leben mit dem Krebs zu verbessern.“
Unterstützung durch die Politik gefordert
Auch die Gesellschaft und die Wirtschaft leiden unter den steigenden Krebszahlen, die durch die alternde Bevölkerung zunehmen. „Das ist schon heute eine Katastrophe für die Wirtschaft und unser Gesundheitssystem“, sagt Ralle. Er fordert daher eine stärkere Unterstützung der Politik, insbesondere bei der Umsetzung von Prävention und Früherkennung – etwa durch HPV-Impfung oder Low-Dose-CT gegen Prostatakrebs. Zudem müsse der Zugang zu Patientendaten für klinische Studien vereinfacht werden, denn diese Daten könnten Leben retten und dazu beitragen, dass der Forschungsstandort Deutschland wieder in der internationalen Spitzenklasse mitspielt.



