Die geplante Gesundheitsreform stößt in der Bevölkerung auf große Skepsis. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands fürchten gut drei von vier Deutschen (77 Prozent) negative Auswirkungen der geplanten Sparmaßnahmen auf die hausärztliche Versorgung. Die repräsentative Erhebung wurde am Mittwoch vorgelegt und von der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf zuerst zitiert.
Befürchtungen im Detail: Weniger Zeit und längere Wartezeiten
Konkret rechnen jeweils knapp 60 Prozent der Befragten damit, dass Ärzte künftig weniger Zeit pro Patient aufbringen oder längere Wartezeiten in den Praxen entstehen. Rund 48 Prozent sorgen sich zudem um einen schwierigeren Zugang zu Hausarztpraxen und eine schlechtere Behandlungsqualität. Lediglich 13 Prozent erwarten keine negativen Folgen, während knapp 10 Prozent unentschieden sind.
Ostdeutschland zeigt größere Besorgnis
Die Umfrage, für die Ende Mai 5000 Menschen online befragt wurden, offenbart deutliche regionale Unterschiede. In den ostdeutschen Bundesländern sind die Sorgen im Durchschnitt größer als im Westen. Am höchsten ist der Anteil der Besorgten in Thüringen mit 87,8 Prozent, gefolgt von Sachsen (85,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (84 Prozent). In den westdeutschen Ländern liegen die Werte rund zehn Prozentpunkte niedriger: In Nordrhein-Westfalen fürchten 75,6 Prozent eine Verschlechterung, in Bayern 72,6 Prozent.
Die Ergebnisse verdeutlichen die weit verbreitete Verunsicherung der Bevölkerung angesichts der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen. Der Hausärzteverband sieht sich durch die Umfrage in seiner Kritik an der Reform bestätigt und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Patientenbedürfnisse.



