Pflege-Schock: Heimbewohner zahlen bald mehr
Pflege-Schock: Heimbewohner zahlen bald mehr

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland ist 2023 auf über 5,2 Millionen gestiegen – ein Anstieg um 360.000 im Vergleich zum Vorjahr. Gesundheitsminister Karl Lauterbach zeigte sich überrascht: „Demografisch bedingt wäre nur mit einem Zuwachs von rund 50.000 Personen zu rechnen gewesen.“ Die genaue Ursache sei unklar.

Der Chef des Pflegeverbands BPA, Bernd Meurer, fordert 56.000 zusätzliche Heimplätze und einen Krisengipfel mit Kanzler Olaf Scholz. Laut Pflegerat fehlen aktuell 115.000 Pflegekräfte; in zehn Jahren könnten es 500.000 sein. Verbandschefin Christine Vogler warnt: „Das Pflegesystem bröckelt.“

Die finanziellen Folgen sind enorm: Pro 100.000 neue Pflegepatienten steigen die Kosten um eine Milliarde Euro. Bei 360.000 neuen Patienten bedeutet das 3,6 Milliarden Euro Mehrausgaben. Die Pflegekasse ist bereits klamm: Für 2024 wird ein Minus von einer Milliarde erwartet, 2025 sogar 4,4 Milliarden. CSU-Pflegeexpertin Emmi Zeulner alarmiert: „Die Pflegeversicherung ist allen Prognosen nach Ende des Jahres pleite.“

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Um die Finanzierung zu sichern, wird über höhere Beiträge diskutiert. Experte Günter Neubauer rechnet mit einem Anstieg des Pflegesatzes um 0,2 Punkte im Jahr 2025. Die Grünen fordern Steuergeld vom Bund, etwa für Rentenbeiträge pflegender Angehöriger. Prof. Jürgen Wasem plädiert für höhere Löhne, um den Beruf attraktiver zu machen. Sozialexperte Bernd Raffelhüschen schlägt vor, dass Patienten im ersten Jahr die Pflegekosten selbst tragen.

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