Organspenden in Berlin legen deutlich zu
In Berlin sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres deutlich mehr Organe gespendet worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte, wurden von Januar bis Mai insgesamt 73 Spenderorgane registriert. Im Jahr 2025 waren es im gleichen Zeitraum lediglich 39 Organe. Dies entspricht einem Anstieg von rund 87 Prozent.
Bundesweit zeigt sich ein ähnlicher, wenn auch moderaterer Trend: Hier stieg die Zahl der gespendeten Organe um gut zwölf Prozent auf 1.405. Im Vorjahr waren es 1.253 Spenderorgane. Trotz dieser positiven Entwicklung reichen die gespendeten Organe jedoch nicht aus, um allen Patienten auf den Wartelisten zu helfen. Deutschlandweit erhielten 3.150 Menschen ein Organ, während rund 8.200 Menschen weiterhin auf ein passendes Organ warten.
Situation in Berlin: Über 400 Menschen auf der Warteliste
In Berlin sind mehr als 400 Menschen auf der Warteliste für eine Organspende registriert. Knapp 140 von ihnen konnten in diesem Jahr bisher ein Organ erhalten. Die DSO betont, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiterhin groß ist. Besonders betroffen sind Patienten, die auf Herz, Lunge oder Niere warten.
Diskussion um Widerspruchsregelung
Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern müssen Spender in Deutschland oder deren Angehörige zu Lebzeiten einer Organentnahme explizit zustimmen. Eine Gruppe von Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen fordert nun eine grundlegende Neuregelung der Organspende. Ihr Vorschlag sieht vor, dass ab dem Jahr 2030 jeder volljährige und einwilligungsfähige Mensch zunächst als Organspender gilt – es sei denn, er widerspricht zu Lebzeiten ausdrücklich.
Diese sogenannte Widerspruchsregelung stößt jedoch auf Widerstand. Eine andere Politikergruppe warnt vor einem solchen Schritt und bezeichnet ihn als „Grundrechtseingriff“. Die Debatte im Bundestag wird voraussichtlich ohne die üblichen Fraktionsgrenzen geführt, da es sich um eine ethisch sensible Frage handelt. Die Diskussion zeigt, wie kontrovers das Thema Organspende in Deutschland weiterhin ist.
Die DSO hofft, dass die gestiegene Spendenbereitschaft anhält und mehr Menschen sich für eine Organspende entscheiden. Dennoch bleibt die Warteliste lang, und viele Patienten hoffen auf ein lebensrettendes Organ.



