Potsdamer Klinikpläne: Scharfe Kritik an Schließung von Geburtsstation und Babyklappe
Kritik an Schließung von Geburtsstation und Babyklappe in Potsdam

Die angekündigte Schließung der Geburtsstation und der Babyklappe am Alexianer St. Josefs Krankenhaus in Potsdam zum 1. August hat in der Kommunal- und Landespolitik scharfe Kritik ausgelöst. Die Krankenhausreform zwingt das Krankenhaus zu diesem Schritt, der von Vertretern der Linken, Grünen und BSW als fatales Signal für die Gesundheitsversorgung in der Region bezeichnet wird.

Grüne: „Fatales Signal“ für vulnerable Gruppen

Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Brandenburger Grünen, äußerte sich laut einer Mitteilung besorgt: „Die Schließung am St. Josefs sendet ein fatales Signal. Die Kürzungen treffen mit Schwangeren und Neugeborenen eine besonders vulnerable Gruppe.“ Sie forderte die Landesregierung auf, alternative Lösungen zu erarbeiten, um die geburtshilfliche Versorgung in Potsdam sicherzustellen.

Linke und BSW: Protest gegen Kürzungen

Auch die Linke und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) übten scharfe Kritik. Ein Sprecher der Linken-Fraktion im Potsdamer Stadtparlament betonte, dass die Schließung nicht nur die medizinische Versorgung verschlechtere, sondern auch ein Zeichen der Sparpolitik sei, die auf Kosten der Schwächsten gehe. Das BSW warnte vor einer „kalten Strukturreform“, die zu längeren Anfahrtswegen für werdende Mütter führe.

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Hintergrund: Krankenhausreform als Auslöser

Die Schließung ist eine direkte Folge der bundesweiten Krankenhausreform, die Kliniken zu Einsparungen und Spezialisierungen zwingt. Das St. Josefs Krankenhaus hatte zuletzt einen Rückgang der Geburtenzahlen zu verzeichnen, was die wirtschaftliche Basis der Station untergrub. Die Babyklappe, die anonyme Abgabe von Neugeborenen ermöglicht, wird ebenfalls geschlossen, da sie an die Geburtsstation angebunden ist.

Die Kritiker bemängeln, dass die Reform keine ausreichenden Übergangslösungen vorsehe. „Schwangere aus Potsdam müssen nun weite Wege nach Berlin oder in andere Kliniken des Umlands in Kauf nehmen“, so ein Sprecher der Grünen. Dies gefährde insbesondere Risikoschwangerschaften.

Auswirkungen auf die Region

Mit der Schließung verlieren rund 1.000 jährliche Geburten den Standort. Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam bleibt als größtes Krankenhaus der Stadt bestehen, könnte aber an Kapazitätsgrenzen stoßen. Die Politik fordert daher eine enge Abstimmung zwischen den Krankenhäusern und dem Land, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.

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