Honorarplus für Apotheken: Zwei Stufen bis 2027
Honorarplus für Apotheken in zwei Stufen bis 2027

Die Apotheken in Deutschland können sich über eine lang erwartete Erhöhung ihrer Vergütung für rezeptpflichtige Medikamente freuen. Das Bundeskabinett hat eine Verordnung des Wirtschaftsministeriums zur Kenntnis genommen, die eine schrittweise Anhebung des Fixhonorars vorsieht. Demnach soll der feste Vergütungsbestandteil von derzeit 8,35 Euro pro Packung zum 1. Juli 2026 zunächst auf 9,00 Euro steigen. Eine weitere Erhöhung auf 9,50 Euro ist zum 1. Januar 2027 geplant.

Hintergrund der Honoraranpassung

Die Apothekerbranche hatte lange für eine höhere Vergütung gekämpft. Das Fixhonorar war seit 2013 unverändert geblieben, während die Kosten für Personal, Energie und Mieten deutlich gestiegen sind. Union und SPD hatten die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung aufgrund der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zunächst zurückgestellt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte jedoch im Frühjahr eine Umsetzung an.

Reaktionen aus der Branche

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) begrüßte die Anhebung grundsätzlich als längst überfällig. Allerdings äußerte Präsident Thomas Preis deutliche Kritik an der Umsetzung: „Mit der nur schrittweisen Erhöhung auf 9,50 Euro tritt eine gefährliche Verzögerung bei der Stabilisierung der Apotheken ein.“ Er befürchtet, dass die positive Wirkung durch geplante Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen teilweise wieder zunichtegemacht wird. Preis verwies auf Gesetzespläne zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge, die die Apotheken belasten könnten. „Es ist nicht verständlich, warum die Koalition die Apotheken nur halbherzig stärkt“, kritisierte er.

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Auswirkungen auf Patienten und Krankenkassen

Die Honorarerhöhung betrifft ausschließlich die Vergütung der Apotheken, nicht die Zuzahlungen der Patienten. Diese bleiben unverändert. Allerdings wird die finanzielle Mehrbelastung von den gesetzlichen Krankenkassen getragen, die ohnehin unter hohen Ausgaben leiden. Die Koalition plant daher begleitende Sparmaßnahmen, um die Beitragssätze stabil zu halten. Ob diese Maßnahmen die Apotheken zusätzlich belasten, bleibt abzuwarten.

Insgesamt zeigt der Schritt, dass die Politik die wirtschaftliche Lage der Apotheken ernst nimmt, aber auch die Finanznöte der Krankenkassen im Blick behält. Die Apothekerverbände fordern jedoch weitere Schritte, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

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