Steigende Temperaturen verwandeln klassische Urlaubsziele zunehmend in Gesundheitsrisiken. Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga, Hitzeforscher und Humanphysiologe an der Berliner Charité, warnt: „Wir beobachten eine deutliche Ausdehnung der Hitzeregionen nach Norden.“ Selbst etablierte Urlaubsregionen wie Spanien, Italien oder Griechenland erreichen regelmäßig Temperaturen jenseits der 40 Grad. Für viele Reisende wird die Hitze nicht nur unangenehm, sondern zum „Kreislaufkiller“.
Welche Urlaubsziele besonders betroffen sind
Laut Gunga sind vor allem die Mittelmeerländer im Hochsommer kritisch. „Spanien, Italien, Griechenland und die Türkei gehören zu den Regionen, die wir im Sommer zunehmend meiden sollten“, so der Experte. Aber auch beliebte Städte wie Rom, Barcelona oder Athen werden durch die Hitzewellen zur Belastungsprobe für Herz und Kreislauf. Der Arzt rät, bei der Urlaubsplanung nicht nur auf die Durchschnittstemperatur, sondern auch auf die Anzahl der Hitzetage zu achten.
Was Urlauber beachten sollten
Gunga empfiehlt, Reisen in heiße Regionen möglichst in die Übergangsjahreszeiten Frühling oder Herbst zu verlegen. Wer im Sommer verreisen möchte, sollte Ziele in höheren Lagen oder mit kühlerem Klima wählen. „Statt eines Badeurlaubs am Mittelmeer könnte man etwa in die Alpen oder nach Skandinavien fahren“, schlägt der Hitzeforscher vor. Auch der Aufenthalt in wassernahen Gebieten wie der Nord- oder Ostsee biete Erholung ohne Hitzestress.
Praktische Tipps für die Reise
Wer dennoch in heiße Regionen reist, sollte ausreichend Wasser trinken und auf alkoholische Getränke verzichten. Leichte Kleidung aus Naturfasern und eine Kopfbedeckung sind Pflicht. Besonders wichtig: Medikamente richtig lagern und bei Hitze die Dosierung anpassen – etwa bei Blutdrucksenkern. Gunga betont: „Schon bei der Planung sollte man die klimatischen Bedingungen des Zielorts recherchieren und die Reise entsprechend anpassen.“
Zukunft des Reisens
Die Klimaerwärmung werde das Reiseverhalten nachhaltig verändern, prognostiziert der Arzt. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele traditionelle Urlaubsziele im Sommer nicht mehr geeignet sind.“ Stattdessen gewinnen nördliche Regionen an Attraktivität. „Die Reisewelle wird sich in den Norden verlagern“, so Gunga. Wer flexibel sei, könne auch in der Nebensaison noch angenehme Temperaturen genießen.



