Charité-Expertin: Endometriose-Schmerzen wie monatliche Geburt
Charité-Expertin: Endometriose-Schmerzen wie Geburt

Endometriose: Jahrelange Schmerzen bis zur Diagnose

Prof. Sylvia Mechsner leitet das renommierte Endometriosezentrum an der Charité Berlin. In einem aktuellen Interview spricht die Expertin über die oft jahrelange Leidensgeschichte von betroffenen Frauen und die dringend notwendige Verbesserung der Diagnostik. „Viele Frauen erleben monatlich Geburtsschmerzen“, verdeutlicht Mechsner die Intensität der Beschwerden.

Die Expertin berichtet, dass Patientinnen oft weite Anreisen auf sich nehmen, um einen Termin im Zentrum zu erhalten. Die Wartezeiten sind lang, die Not groß. Mechsner betont, dass Endometriose eine chronische Erkrankung ist, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst und starke Schmerzen verursachen kann.

Die Symptome und ihre Auswirkungen

Typische Symptome sind neben starken Regelschmerzen auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Viele Frauen leiden zudem unter Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. „Die Erkrankung betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche und die Lebensqualität“, erklärt Mechsner. Oft vergehen Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird – im Durchschnitt sind es sieben bis zehn Jahre.

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Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnose erfolgt meist durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der das Gewebe entfernt werden kann. Mechsner empfiehlt, dass Frauen mit Verdacht auf Endometriose frühzeitig spezialisierte Zentren aufsuchen. Die Behandlung umfasst neben Operationen auch hormonelle Therapien und Schmerzmanagement. „Wir brauchen mehr Aufklärung und bessere Netzwerke, um die Versorgung zu verbessern“, fordert die Ärztin.

Das Endometriosezentrum der Charité Berlin gilt als eines der führenden in Europa. Es bietet interdisziplinäre Betreuung und forscht an neuen Therapieansätzen. Mechsner appelliert an die Politik, mehr Mittel für die Erforschung der Erkrankung bereitzustellen, die etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betrifft.

Hilfe für Betroffene

Für betroffene Frauen gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen und Informationsportale. Mechsner rät, sich nicht mit den Schmerzen abzufinden, sondern ärztlichen Rat zu suchen. „Jede Frau hat ein Recht auf eine schmerzfreie Lebensführung“, so die Expertin abschließend.

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