Apotheken-Services: 5 versteckte Leistungen, die Sie kennen sollten
5 versteckte Apotheken-Services, die Sie überraschen

Apotheken sind weit mehr als nur Anlaufstellen für Rezepte und Medikamente. Viele Kunden wissen nicht, welche versteckten Dienstleistungen ihre Apotheke vor Ort bereithält. Die Apothekerin Dr. Ina Lucas aus Berlin verrät in ihrer Kolumne „Der gute Rat der Apothekerin“ fünf Services, die oft übersehen werden. Von Impfungen über Genanalysen bis hin zur Ernährungsberatung – hier erfahren Sie, was Ihre Apotheke alles kann.

1. Impfen in der Apotheke: Schutz gegen Grippe und mehr

Seit der Coronapandemie haben Apotheken die Möglichkeit, Impfungen anzubieten. Was zunächst als Modellprojekt startete, hat sich längst etabliert. Mittlerweile impfen viele Apotheken bundesweit gegen Grippe (Influenza). Allein von September bis Dezember des vergangenen Jahres wurden in knapp 1.700 Apotheken rund 173.000 Menschen geimpft. Die Impfungen werden von speziell fortgebildeten Apothekern in abgetrennten Räumen durchgeführt und sind genauso sicher wie in einer Arztpraxis. In Zukunft sollen sogar weitere Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten möglich sein.

2. Ernährungsberatung: Individuelle Hilfe für eine gesündere Ernährung

Viele Apotheker haben eine Weiterbildung im Bereich Ernährungsberatung absolviert. Sie bieten eine umfassende Analyse der Essgewohnheiten an: Zunächst wird über mehrere Tage hinweg protokolliert, was gegessen wird. Anschließend werden die Nährstoffe ausgewertet und mit dem individuellen Bedarf abgeglichen, der durch Krankheiten beeinflusst sein kann. Die Beratung umfasst mehrere Gespräche und ist aufwendig. Die Kosten werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen, aber es lohnt sich, bei der eigenen Kasse nachzufragen – manchmal gibt es Erstattungen.

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3. Genanalysen: Maßgeschneiderte Medikamente

Die genetische Veranlagung beeinflusst, wie Medikamente wirken. Apotheken bieten Genanalyse-Sets an, mit denen Patienten Proben nehmen können. Diese werden an spezialisierte Labore geschickt und ärztlich ausgewertet. So kann die Arzneimitteltherapie optimal auf den Einzelnen abgestimmt werden – etwa bei Brustkrebs oder bei der Verstoffwechselung von Medikamenten über die Leber. Die sogenannte stratifizierte Therapie hilft, Nebenwirkungen zu vermeiden und die Wirkung zu verbessern.

4. BIA-Messung: Körperfett und Muskelmasse präzise bestimmen

Viele Apotheken bieten neben der einfachen Gewichtsmessung auch bioelektrische Impedanzanalysen (BIA) an. Dabei werden über Elektroden an Händen und Füßen schwache Stromimpulse durch den Körper geleitet. Die Messung dauert nur Sekunden und ist schmerzfrei. Eine Software errechnet dann die Anteile von Muskulatur, Fettgewebe und Körperwasser. Die Ergebnisse werden von speziell geschulten Apothekern ausgewertet. Die Kosten tragen die Patienten meist selbst, aber die Analyse liefert wertvolle Einblicke in die Körperzusammensetzung.

5. Ausbildung des pharmazeutischen Nachwuchses

Apotheken sind wichtige Ausbildungsbetriebe. Jährlich werden mehr als 6.500 junge Menschen in Apotheken ausgebildet. Dazu gehören Pharmazeuten im Praktikum, die nach dem Studium ein einjähriges Pflichtpraktikum absolvieren, sowie pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA). Die Ausbildung erfolgt dual in der Apotheke und in der Berufsschule. So sichern Apotheken den Fachkräftenachwuchs und tragen zur Gesundheitsversorgung bei.

Dr. Ina Lucas ist Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Berlin und Vizepräsidentin der ABDA. Sie betreibt gemeinsam mit ihrer Kollegin vier Apotheken in Berlin. Ihr Rat: „Kommen Sie einfach in Ihre Apotheke und fragen Sie nach diesen Services. Es lohnt sich!“

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