Zwölf Euro Eintritt: Kölner Dom wird zum Museum
Zwölf Euro Eintritt: Kölner Dom wird zum Museum

Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, soll ab sofort Eintritt kosten. Zwölf Euro pro Besucher – das ist der Plan, der die Gemüter in der Domstadt erhitzt. Zur Begründung heißt es offiziell, die Besucher seien zu „99 Prozent Touristen“. Die Kölner selbst, so die Argumentation, würden den Dom ohnehin nur selten besuchen. Doch die Regelung stört das sentimentale Verhältnis der Kölner zu ihrem Gotteshaus.

Ein Symbol wird zur Ware

Der Kölner Dom ist nicht nur eine Kirche, sondern ein Symbol für die Stadt und ihre Bewohner. Seit Jahrhunderten prägt er das Stadtbild und die Identität der Kölner. Nun soll er zur Touristenattraktion werden, für die man an der Kasse zahlen muss. Viele Kölner empfinden dies als Entfremdung. Der Dom war immer ein Ort der Einkehr und des Gebets, offen für alle. Jetzt wird er zum Museum mit Kassenhäuschen. Die Kritik ist groß: „Der Dom gehört uns allen“, sagt ein Kölner im Gespräch. „Ich will nicht bezahlen müssen, um in meine eigene Kirche zu gehen.“

Die Begründung der Verantwortlichen

Die Verantwortlichen argumentieren, dass die Einnahmen dringend benötigt werden, um die hohen Unterhaltskosten des Doms zu decken. Der Dom ist ein riesiges Bauwerk, das ständig renoviert und instand gehalten werden muss. Die Stadt Köln und das Erzbistum können die Kosten allein nicht stemmen. Daher sei es notwendig, die Touristen zur Kasse zu bitten. Schließlich seien es vor allem sie, die den Dom besuchten. Die Kölner selbst, so die Annahme, kämen nur zu besonderen Anlässen wie Gottesdiensten oder Konzerten. Doch diese Argumentation überzeugt nicht alle. Viele Kölner fühlen sich übergangen und nicht gefragt.

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Die emotionale Bindung der Kölner

Der Dom ist mehr als nur ein Gebäude. Er ist ein Teil der Kölner Seele. Schon als Kinder besuchen die Kölner den Dom, feiern dort Feste, nehmen an Prozessionen teil. Der Dom ist ein Ort der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Die Einführung von Eintrittsgeldern könnte diese Bindung schwächen. „Der Dom wird zur Ware, zur Touristenattraktion“, sagt ein Kölner Pfarrer. „Das ist nicht im Sinne der Kirche.“ Auch die Politik ist alarmiert. Die Kölner Stadtverwaltung prüft derzeit, ob die Regelung rechtlich zulässig ist. Denn der Dom ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein öffentliches Gebäude, das allen offenstehen sollte.

Die Zukunft des Doms

Es bleibt abzuwarten, wie die Regelung umgesetzt wird. Vielleicht gibt es Ausnahmen für Kölner, die ihren Wohnsitz in der Stadt haben. Oder der Eintritt wird nur für bestimmte Bereiche des Doms erhoben. Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen. Eines ist jedoch sicher: Der Kölner Dom wird nie wieder derselbe sein. Die Einführung von Eintrittsgeldern verändert nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch das Verhältnis der Menschen zu ihrem Dom. Die Kölner werden weiterhin für ihren Dom kämpfen – denn er gehört ihnen, nicht den Touristen.

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