Vom „Tunnel des Grauens“ zum Jugendklub: Berlins spektakuläre Verwandlung
Vom „Tunnel des Grauens“ zum Jugendklub

In Berlin-Lichtenberg hat sich ein ehemaliger Lost Place in einen lebendigen Treffpunkt für Jugendliche verwandelt. Der Fußgängertunnel am Weißenseer Weg, lange Zeit als „Tunnel des Grauens“ bekannt, wurde von Jugendlichen aus dem Kiez in einen Jugendklub umgebaut. Die spektakuläre Verwandlung vom DDR-Relikt zum modernen „Tube“ ist ein Paradebeispiel für kreative Nachnutzung.

Die Geschichte des Tunnels

Der 80 Meter lange Fußgängertunnel wurde in den 1970er-Jahren als Teil des Neubaugebiets Fennpfuhl errichtet. Er verband den Roederplatz mit der Herzbergstraße und diente als sichere Unterführung für Fußgänger unter dem Straßenbahnkreuz. Nach der Wende verlor der Tunnel jedoch seine Funktion, als 1994 das Einkaufszentrum „City Point Center“ eröffnet wurde und ein ebenerdiger Straßenübergang mit Ampelanlage eingerichtet wurde. Im Jahr 2000 wurde der Tunnel stillgelegt und verfiel zusehends. Graffiti, Müll und Vandalismus machten ihn zu einem Angstraum, der im Volksmund bald „Tunnel des Grauens“ hieß.

Die Rettung durch Jugendliche

Die Idee zur Wiederbelebung des Tunnels entstand aus der Notwendigkeit, einen Jugendklub zu erhalten. Der Bernhard-Bästlein-Club (BBC) für Jugendliche sollte aus Kostengründen geschlossen werden. Auf die Aufforderung des Jugendstadtrats, einen besseren Vorschlag zu machen, schlugen die Jugendlichen selbst den stillgelegten Tunnel vor, den sie ohnehin als Treffpunkt nutzten. Der Bezirk Lichtenberg initiierte daraufhin ein Pilotprojekt zur Nachnutzung des Tunnels als Jugendklub. Mit finanziellen Mitteln aus der Rückabwicklung eines städtebaulichen Vertrags und tatkräftiger Unterstützung der Jugendlichen begannen 2010 die Umbauarbeiten.

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Der Umbau zum „Tube“

Die Umgestaltung des Tunnels war aufwendig. Der Eingangsbereich auf der Ostseite wurde saniert und mit Graffiti und einem „Tube“-Logo versehen. Im Inneren wurden Fliesen und alte Einbauten entfernt, Böden neu gegossen, eine Zwischendecke eingezogen und Treppen zu Zuschauerrängen umgebaut. Aus den ehemaligen Toilettenräumen entstanden ein Büro, neue Sanitäranlagen, ein Clubraum, eine Küche und ein Technikraum. Die Bühne wurde zum Herzstück des Jugendklubs. Am 14. September 2011 bezog der Klub offiziell die neuen Räumlichkeiten, die auf 340 Quadratmetern Platz für Bandproben, Nachhilfe, Berufsorientierung und Veranstaltungen bieten.

Das „Tube“ heute

Der Jugendklub „Tube“ wird vom Verein für sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg betrieben und bietet ein vielfältiges Programm, darunter außerschulische Bildungsangebote, sportbezogene Jugendarbeit und Events wie Kochworkshops und Filmabende. Der ehemalige Lost Place ist heute ein lebendiger Ort der Begegnung und ein Erfolgsmodell für die Umnutzung von Brachflächen.

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