Wolfgang Grupp, Chef des Textilunternehmens Trigema, hat die Bundesregierung aufgefordert, steuerliche Anreize für Arbeitnehmer zu schaffen, die über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus arbeiten. „Arbeitnehmer, die länger arbeiten wollen, sollten nach dem Renteneintrittsalter steuerlich begünstigt werden“, sagte Grupp der „Bild am Sonntag“. Er kritisierte, dass Minijobs in der Rente steuerfrei seien, eine längere Beschäftigung beim Hauptarbeitgeber jedoch nicht.
Grupp beschäftigt in seinem Unternehmen 1200 Mitarbeiter und bietet ihnen grundsätzlich die Möglichkeit, über die Altersgrenze hinaus zu arbeiten. „Bei mir kann jeder arbeiten, solange er will! Wenn jemand über 35 oder 40 Jahre tätig ist, dann ist das eine gute Arbeitskraft. Ich bin über jeden froh, der dann zu mir sagt, ich hänge noch ein paar Jahre dran“, so der Trigema-Chef.
Die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung sieht Grupp auch als Beitrag gegen den Fachkräftemangel. „Gerade jetzt, wo wir eine Knappheit an Arbeitskräften in der Gesellschaft haben, ist so ein Angebot für mich selbstverständlich. Aber anscheinend ist das heute eine Ausnahme“, sagte er. Grupp zeigte sich überzeugt, dass mehr Mitarbeiter bei Trigema „noch ein paar Jahre dranhängen würden, wenn sie dadurch steuerliche Vorteile hätten“.



