Todesfahrer attackiert psychiatrisches Gutachten im Prozess
Todesfahrer attackiert psychiatrisches Gutachten im Prozess

Im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat der Angeklagte Taleb Al-Abdulmohsen das psychiatrische Gutachten scharf kritisiert. Der 51-Jährige befragte den Sachverständigen Bernd Langer rund zweieinhalb Stunden lang und forderte die Prozessbeteiligten auf, das Gutachten nicht ernst zu nehmen. Es enthalte Fehler und falsche Schlussfolgerungen, zudem sei der Gutachter parteiisch.

Der Gutachter hatte bei dem Angeklagten eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, jedoch keine psychische Erkrankung im engeren Sinne. Er hält den Todesfahrer für voll schuldfähig. Der Angeklagte, der selbst als Arzt im Maßregelvollzug mit psychisch kranken Straftätern gearbeitet hat, stellte diverse Aussagen und Einschätzungen des Psychiaters infrage, darunter sein angebliches Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Selbstdarstellung.

Der Gutachter erklärte, der Angeklagte habe sich nicht zu Gesprächen bereit erklärt, weshalb er seine Einschätzung aus schriftlichen und mündlichen Aussagen vor und nach der Tat sowie aus der Hauptverhandlung zusammengesetzt habe. Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg ermahnte den Angeklagten mehrfach zu sachlichen Fragen und untersagte Erklärungen. Auf die Frage, ob er sich selbst als psychisch krank sehe, antwortete der Angeklagte ausweichend und verweigerte schließlich eine Antwort.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Angeklagte hatte am 20. Dezember 2024 mit einem mehr als zwei Tonnen schweren Wagen den Weihnachtsmarkt in Magdeburg überfahren. Dabei starben fünf Frauen und ein neunjähriger Junge, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Die Tat hatte er im Wesentlichen eingeräumt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration