Timo Jacobs: Pflegeheim meiner Mutter war „erbärmlich“ – Schauspieler im Interview
Timo Jacobs: Pflegeheim meiner Mutter war „erbärmlich“

Schauspieler Timo Jacobs hat in seiner Karriere schon viele schwierige Rollen gespielt, doch privat traf ihn ein harter Schicksalsschlag: Seine Mutter starb an Multipler Sklerose (MS). Vier Jahre lang betreute er sie im Pflegeheim, wann immer er konnte. Die Zustände dort beschreibt er als „erbärmlich“. Im Interview spricht der 52-Jährige über diese belastende Zeit und wie sie ihn geprägt hat.

Ein Blick auf die Schattenseiten des Lebens

Jacobs ist bekannt für seine Rollen in Formaten wie „Der Kriminalist“ oder dem „Tatort“ aus Hessen. Doch keine Rolle hat ihn psychisch so gefordert wie der traumatisierte Protagonist in seinem eigenen Film „Tod meiner Jugend“, der ab 28. Mai in den Kinos läuft. Der Film beschäftigt sich mit dem Thema Kindesmissbrauch – ein dunkles Kapitel, das Jacobs bewusst angegangen ist.

Warum ein so schweres Thema?

Im Interview erklärt Jacobs, warum er sich für diesen Stoff entschieden hat. „Es hat damit begonnen, dass Kai Peter, auf dessen Geschichte der Film beruht, auf mich zukam – ein sehr maskuliner Mann, der in der zweiten Hälfte seines Lebens mit seiner Biografie an die Öffentlichkeit ging. Das fand ich sehr mutig“, so Jacobs. Er habe sich vom Wahrheitsgehalt der Schilderungen überzeugt. „Es ist ja wichtig, dass die Gesellschaft da hinschaut, wo die Wunden sind. Dazu wollte ich einen Beitrag leisten.“

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Die schwere Zeit im Pflegeheim

Neben seiner Arbeit als Schauspieler und Regisseur kümmerte sich Jacobs vier Jahre lang um seine kranke Mutter, die an MS litt. Die Situation im Pflegeheim beschreibt er als katastrophal: „Zu wenige Pfleger, zu viele Bewohner – es war erbärmlich. Ich habe versucht, so oft wie möglich da zu sein, um meine Mutter zu unterstützen.“ Diese Erfahrung habe ihn tief geprägt und ihm gezeigt, wie wichtig es ist, auf die dunklen Seiten des Lebens zu schauen.

Ein Eichhörnchen gab Hoffnung

Trotz aller Schwere fand Jacobs auch Momente der Hoffnung. „Einmal saß ich am Fenster und sah ein Eichhörnchen, das immer wieder versuchte, eine Nuss zu knacken. Es gab nicht auf. Das hat mir gezeigt, dass man trotz aller Widrigkeiten weitermachen muss.“ Diese kleine Begebenheit half ihm, durch die schwere Zeit zu kommen.

Jacobs betont, dass er mit seinem Film und seinen Erfahrungen andere Menschen ermutigen möchte, sich den Schattenseiten des Lebens zu stellen. „Nur wenn wir hinschauen, können wir etwas ändern.“

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