Das hessische Innenministerium hat vor einer wachsenden Gefahr durch sexualisierte Deepfakes gewarnt. Diese Form der bildbasierten sexuellen Gewalt ziele meist darauf ab, Frauen zu demütigen, zu diskreditieren und zu sexualisieren, teilte das Ministerium in Wiesbaden mit.
Ursprünglich betroffen: Prominente
Ursprünglich seien vor allem prominente Schauspielerinnen, Sängerinnen und andere weibliche Personen des öffentlichen Lebens von sexualisierten Deepfakes betroffen gewesen. Doch die Tätergruppe habe sich ausgeweitet.
Neue Software erleichtert Erstellung
Durch neue Deepfake-Software und Applikationen, mit denen entsprechendes Material ohne größeren Aufwand erstellt werden könne, würden generell auch Frauen wie Arbeitskolleginnen, Ex-Partnerinnen, Partnerinnen, Nachbarinnen und Schülerinnen Opfer sexualisierter Deepfakes, warnte das Ministerium. Als mögliche Tatmotive kämen Rache, Kontrolle, sexuelle Befriedigung und kommerzielle Verbreitung in Betracht.
Die Zugangsschwelle zur Erstellung von Deepfakes habe in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Entsprechende Anwendungen seien heute in großer Zahl verfügbar, teilweise kostenfrei nutzbar und erforderten vielfach keine vertieften technischen Kenntnisse mehr. Gleichzeitig hätten sich Qualität, Bedienbarkeit und Verfügbarkeit entsprechender Systeme erheblich weiterentwickelt.
Das Ministerium betonte die Notwendigkeit von Aufklärung und Prävention, um insbesondere Frauen vor dieser Form der Gewalt zu schützen. Auch die Strafverfolgungsbehörden müssten sich auf die neue Herausforderung einstellen.



