Studie: Scheidung der Eltern beeinflusst Kinderzahl der Nachkommen
Studie: Scheidung der Eltern beeinflusst Kinderzahl der Nachkommen

Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden zeigt, dass Kinder, deren Eltern sich scheiden ließen, im späteren Leben selbst weniger Nachkommen bekommen. Die Untersuchung der Forschergruppe um Silvia Pamaccio wurde im Fachjournal „Demography“ veröffentlicht. Ausgewertet wurden behördliche Bevölkerungsdaten von rund zwei Millionen Niederländern, die in den 1970er-Jahren geboren wurden.

Ein wesentlicher Grund für die geringere Fertilität von Scheidungskindern könnte laut Studie sein, dass diese als Erwachsene selbst kürzere Partnerschaften haben. Insgesamt bekamen weibliche Scheidungskinder im Laufe ihres Lebens etwa fünf Prozent weniger Kinder. Auch die Zahl der Frauen, die kinderlos blieben, war höher.

Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen, wie Heike Trappe, Professorin für Soziologie und Familiendemografie an der Universität Rostock, betont. Generell seien Zusammenhänge aus Bevölkerungsstudien nicht einfach von einer Gesellschaft auf eine andere übertragbar. Eine Überprüfung für den deutschen Kontext wäre jedoch „durchaus interessant“.

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Frühere Studien belegen bereits negative Auswirkungen von Scheidungen auf die Entwicklung betroffener Kinder. So reduziert sich etwa die Chance auf einen Hochschulabschluss um neun bis zehn Prozent. Jungen haben später schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und eine höhere Sterblichkeit vor dem 25. Lebensjahr, Mädchen werden häufiger in jungen Jahren schwanger.

Die aktuelle Studie ordnet sich in soziodemografische Untersuchungen ein, die zeigen, dass Kinder geschiedener Eltern häufig selbst ein höheres Trennungs- oder Scheidungsrisiko haben. Der Zusammenhang zur Fertilität wurde bislang jedoch wenig beachtet, was die Studie wissenschaftlich relevant macht.

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