Sardinien: Sonnenschirmverbot am Strand sorgt für Spott und Unverständnis
Sardinien: Sonnenschirmverbot sorgt für Spott

Wer am Strand keinen Sonnenbrand bekommen möchte, braucht auf Sardinien offenbar ein Kind oder einen Rentner. Am beliebten Strand Punta Molentis im Ferienort Villasimìus gelten diesen Sommer strenge Regeln, die für Kopfschütteln und Spott sorgen. Ein ungewöhnliches Verbot für Sonnenschirme steht im Mittelpunkt der neuen Vorschriften.

Neue Regeln am Strand Punta Molentis

Nach Angaben der Gemeinde dürfen ausschließlich Familien mit Kindern unter zehn Jahren sowie Menschen über 65 Jahren einen Sonnenschirm aufstellen. Familien sind dabei auf einen einzigen Schirm beschränkt. Für alle anderen Badegäste zwischen zehn und 65 Jahren gilt: kein Sonnenschutz. Auch Pavillons, Zelte und andere Schattenspender sind untersagt.

Doch damit nicht genug: Der Zugang zum Strand ist nur nach vorheriger Reservierung möglich. Besucher dürfen Punta Molentis lediglich zwischen 8 Uhr und 20.30 Uhr betreten. Zudem wird ein Eintritt von zehn Euro pro Person fällig. Die Regelungen gelten bis Ende Oktober.

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Begründung der Behörden

Die Behörden begründen die Maßnahmen mit dem Schutz der Natur. Der Strand befindet sich in einem Naturschutzgebiet und war seit Juli vergangenen Jahres geschlossen, nachdem ein verheerender Waldbrand große Schäden angerichtet hatte. Auch außergewöhnliche Meereswetterereignisse hätten die Verantwortlichen dazu veranlasst, strengere Schutzmaßnahmen einzuführen. In einer Mitteilung erklärte die Gemeinde, man müsse die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten begrenzen, um die natürliche Schönheit des Gebiets für künftige Generationen zu bewahren. Das berichten unter anderem die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ und der britische „Guardian“.

Unverständnis bei Urlaubern und Einheimischen

Bei vielen Strandurlaubern und auch Einheimischen stoßen die Regeln jedoch auf wenig Verständnis. In sozialen Netzwerken machten sich zahlreiche Nutzer über das Sonnenschirmverbot lustig. „Um einen Schirm aufzustellen, muss ich mir ein Kind mieten?“, schrieb ein Kommentator. Ein anderer scherzte: „Also muss ich, um mit Sonnenschirm an den Strand zu gehen, entweder meinen Opa mitbringen oder bis morgen ein Kind bekommen?“ Andere Nutzer äußerten Sorgen wegen möglicher Gesundheitsrisiken durch die starke Sonneneinstrahlung. Einige riefen sogar zum Boykott des Strandes auf. Viele kündigten an, stattdessen andere Strände zu besuchen, an denen sie sich besser vor der Sonne schützen können.

Andere Orte stellen neue Strandregeln auf

Der Fall zeigt, wie weit manche Urlaubsorte inzwischen gehen, um ihre Natur zu schützen. Auch am Strand von Jesolo nahe Venedig wurden die Kapazitäten reduziert: Dort haben die Behörden die Zahl der Liege- und Sonnenschirmplätze um 20.000 verringert, um mehr Platz zwischen den Gästen zu schaffen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Italiens öffentliche Strände. Private Strandclubs werden immer teurer. Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo sind die Kosten für zwei Liegen und einen Sonnenschirm in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent gestiegen.

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