Das am Montag vorgestellte „Konflikt- und Gewaltbarometer“ der Berliner Senatsverwaltung für Bildung belegt einen erheblichen religiösen und sozialen Konformitätsdruck an Berliner Schulen. Mehr als jeder zehnte Befragte gab an, dass es Mitschüler gebe, die anderen in Bezug auf Kleidung, Essen oder Beten Vorschriften machen wollen. Fast 30 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen berichteten sogar, „dass man sich als Frau oder Mann in einer bestimmten Weise verhalten muss“.
Studie zeigt: Religiöse Regeln haben Vorrang vor Schulregeln
Besonders alarmierend ist der Befund, dass fast jeder dritte Schüler religiöse Vorschriften für wichtiger hält als die Schulregeln. Dies deutet auf einen starken Einfluss religiöser Normen hin, der das Schulklima belasten kann. Die Studie wurde im Rahmen des Berliner Gewalt- und Krisenbarometers durchgeführt, bei dem Kinder und Jugendliche auch zum Thema „Glaube“ befragt wurden.
Jeder zehnte Schüler erlebt Vorschriften durch Mitschüler
Die Ergebnisse zeigen, dass der Anpassungsdruck nicht nur von außen, sondern auch von Mitschülern ausgeht. Mehr als jeder zehnte Befragte bejahte die Frage, ob es Mitschüler gibt, die in Bezug auf Belange wie Kleidung, Essen oder Beten anderen Vorschriften machen wollen. Dies verdeutlicht, dass religiöse Regeln im schulischen Alltag eine bedeutende Rolle spielen und zu Konflikten führen können.
Fast 30 Prozent berichten von geschlechtsspezifischen Verhaltensregeln
Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist der geschlechtsspezifische Druck. Fast 30 Prozent der Befragten gaben an, dass man sich als Frau oder Mann in einer bestimmten Weise verhalten müsse. Dies deutet auf stereotype Rollenbilder hin, die durch religiöse oder kulturelle Normen verstärkt werden können. Die Senatsverwaltung für Bildung sieht hier Handlungsbedarf, um ein respektvolles und inklusives Schulklima zu fördern.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, den Dialog über religiöse Toleranz und die Einhaltung von Schulregeln zu intensivieren. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir an den Schulen mehr für ein respektvolles Miteinander tun müssen“, erklärte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Die vollständigen Ergebnisse des Barometers sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.



