Rassistische BRAVO-Schlagzeile: Carola Niemanns erschütternde Erfahrung
Rassistische BRAVO-Schlagzeile: Niemanns Erfahrung

Carola Niemann, heute erfolgreiche Stylistin und Autorin von „The Curvy Way of Life“, erlebte als 14-Jährige in den 1980er Jahren einen prägenden Moment mit der Jugendzeitschrift BRAVO. Sie war damals in Michi, ihren 17-jährigen Freund, verliebt. In München wurde das Paar von einem BRAVO-Team angesprochen, das ein „ungewöhnliches“ Paar für eine Foto-Story suchte. Niemann erinnert sich gegenüber BILD: „Wir haben mitgemacht.“ Die Veröffentlichung zeigte süße Fotos von verliebten Teenagern, aber die Überschrift war krude und rassistisch. Ihr Freund wurde mit den Worten zitiert: „Ich wollte mal eine N***.“

„Völlig indiskutabel“ – Die Schlagzeile und ihre Wirkung

Niemann betont: „Wenn ich heute auf den Bericht zurückblicke, halte ich nicht nur die Schlagzeile für völlig indiskutabel, sondern auch die Sexualisierung meines damals 14-jährigen Ichs. Damals habe ich das aber nicht hinterfragt. Das N-Wort habe ich oft gehört, und ich war einfach happy, in der BRAVO zu sein.“ Dieses Glücksgefühl teilten viele Jugendliche, denn BRAVO war die Plattform, die Stars und Fans verband und ein Gefühl von Nähe vermittelte. Themen, die am Küchentisch oder Schulhof tabu waren, wurden bei Dr. Sommer besprochen.

BRAVO als Sprungbrett für Jugendliche

Tausende Jugendliche bewarben sich für die bekannten Foto-Love-Storys oder ließen sich für die Dr.-Sommer-Seite fotografieren. Die BRAVO-Fotografen waren deutschlandweit unterwegs, etwa bei Konzerten, auf der Suche nach interessanten Charakteren oder Models. Die Fußgängerzone wurde zum öffentlichen Casting für Reportagen. So entdeckte BRAVO regelmäßig Teenager, die durch ihre Auftritte im Heft zu kleinen Stars wurden. Carola Niemann hob die Ausgabe von damals auf – nicht nur als persönliches Erinnerungsstück, sondern auch als Zeugnis der deutschen Mediengeschichte. BRAVO bleibt bis heute mit all seinen Facetten ein bedeutender Teil dieser Geschichte.

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