Prostituierte über verheiratete Kunden: „Vertrauensbruch“
Prostituierte über verheiratete Kunden: Vertrauensbruch

Prostituierte über verheiratete Kunden: Einblicke in die Sexarbeit

In Deutschland ist die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen hoch. Laut dem Bundesfamilienministerium besuchten vor der Corona-Pandemie täglich rund 1,2 Millionen Menschen ein Bordell – die meisten davon Männer. Auch wenn die Zahlen gesunken sind, gibt es weiterhin genügend Kunden. Drei Sexarbeiterinnen aus verschiedenen Städten berichten über ihre Erfahrungen mit verheirateten Männern und deren Motive.

Evelyn Schwarz: „60 Prozent meiner Kunden sind verheiratet“

Evelyn Schwarz, 35 Jahre alt, arbeitet in Dortmund als Sexarbeiterin. Sie schätzt, dass etwa 60 Prozent ihrer Kunden verheiratet sind. Die Gründe für deren Besuche sind vielfältig: „Entweder handelt es sich um notorische Fremdgänger, die nie für eine Frau gemacht waren, oder um sexuell frustrierte Ehemänner, die keinen Sex mehr mit ihrer Ehefrau haben. Manchmal bekommen sie auch einen Gutschein von ihrer Gattin geschenkt, damit sie etwas ‚Erziehung‘ genießen können“, erklärt sie.

Aurelia van Fox: „Viele kommen aus Einsamkeit“

Aurelia van Fox, eine Sexarbeiterin aus Berlin, betont, dass viele verheiratete Männer nicht nur aus sexuellen Gründen zu ihr kommen. „Oft suchen sie Nähe und Verständnis, das sie zu Hause vermissen. Sie fühlen sich von ihren Partnerinnen nicht gesehen oder wertgeschätzt“, sagt sie. Das führe zu einem Gefühl der Einsamkeit, das sie in der Sexarbeit kompensieren.

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Jay: „Die Heimlichtuerei belastet mich“

Jay, eine Sexarbeiterin aus Hamburg, empfindet die Diskretion oft als belastend. „Ich muss ständig aufpassen, dass ich nichts verrate. Die Männer haben Angst, erwischt zu werden, und das überträgt sich auf mich. Es fühlt sich wie ein gemeinsames Geheimnis an, aber eigentlich ist es ein Vertrauensbruch gegenüber der Ehefrau“, so Jay. Sie wünscht sich mehr Offenheit in den Beziehungen ihrer Kunden.

Fazit: Ein komplexes Geflecht aus Bedürfnissen

Die Aussagen der drei Sexarbeiterinnen zeigen, dass die Motive verheirateter Männer für den Besuch von Prostituierten vielschichtig sind. Neben sexueller Frustration spielen auch emotionale Defizite und der Wunsch nach Abwechslung eine Rolle. Für die Sexarbeiterinnen selbst ist der Umgang mit der Heimlichtuerei und den damit verbundenen moralischen Konflikten eine tägliche Herausforderung.

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