Die Nosferatu-Spinne hat nun auch die deutschen Ostseeinseln Rügen und Usedom erreicht. Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art erobert seit 2005 Deutschland und ist mittlerweile fast flächendeckend verbreitet. Besonders in Norddeutschland mehren sich die Sichtungen dieser auffälligen Spinne.
Aktuelle Funde in Mecklenburg-Vorpommern
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) berichtet, dass die Nosferatu-Spinne in den vergangenen Jahren vereinzelt auch in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet wurde. Alexander Wirth vom Nabu-Portal Nabu/naturgucker erklärt: „Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass sich die Spinne dort etabliert.“ Er vermutet, dass die Art möglicherweise bereits im letzten bisher unbesiedelten Bundesland heimisch geworden ist.
Zunahme der Meldungen aus Schleswig-Holstein
Auch in Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Sichtungen kontinuierlich. So hat sich die Spinne beispielsweise in Lübeck angesiedelt. „Die Nosferatu-Spinne wird immer häufiger aus Norddeutschland gemeldet“, so Wirth. Offenbar machen ihr die kühleren Temperaturen nichts aus.
Verhalten und Lebensweise im Winter
Im Winter sucht die Nosferatu-Spinne Schutz in beheizten Gebäuden und Wohnungen, „wo es für sie angenehmer ist“, erläutert Wirth. Hubert Höfer, Wissenschaftler am Naturkundemuseum Karlsruhe, rät bei einer Sichtung in den eigenen vier Wänden zur Ruhe. Am besten setze man die Spinne ein und bringe sie ins Freie.
Merkmale der Nosferatu-Spinne
Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) gehört zu den größten Spinnen Deutschlands. Männchen erreichen eine Körpergröße von bis zu 13 Millimetern, Weibchen sogar bis zu 19 Millimetern. Mit ausgestreckten Beinen kommt sie auf beachtliche fünf Zentimeter. Dank ihrer Hafthaare an den Füßen kann die Mittelmeer-Spinne auch an glatten Oberflächen wie Glas klettern.
Biss und Giftigkeit
Die Nosferatu-Spinne ist eine der wenigen Spinnenarten in Deutschland, deren Biss die menschliche Haut durchdringen kann. Ihr Gift ist für den Menschen jedoch ungefährlich. Die Symptome eines Bisses ähneln denen eines Wespenstichs. Die Spinne beißt nur bei direkter Bedrohung und ist ansonsten harmlos.



