Lina E. wohnt an Razzia-Adresse – Zufall oder Netzwerk?
Lina E. wohnt an Razzia-Adresse – Zufall?

Berlin – Eine brisante Adresse: Die verurteilte Linksextremistin Lina E. hat nach ihrer Haftentlassung Ende Mai eine Meldeadresse in Kreuzberg angegeben – ausgerechnet dort, wo die Polizei erst im März bei einer Razzia gegen mutmaßliche Stromterroristen ermittelte. Zufall? Oder ein Hinweis auf ein Unterstützernetzwerk?

Neue Adresse in Berlin-Kreuzberg

Anfang Mai hatte BILD berichtet, dass die ehemalige Leipziger Studentin künftig in Berlin-Kreuzberg leben will. Den Ermittlern war die Adresse bereits bekannt – wegen einer Razzia gegen mutmaßliche Strom-Saboteure.

Razzia gegen Stromterroristen

Ende März dieses Jahres ging die Berliner Polizei gegen Personen aus der linksextremen Szene vor. Der Vorwurf: verfassungsfeindliche Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Brandstiftung. Die Ermittler vermuten die Verdächtigen hinter einem Brandanschlag auf zwei Hochleitungsmasten für Starkstrom im September 2025.

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500 Einsatzkräfte durchsuchten insgesamt 17 Objekte – 14 davon in den Berliner Stadtteilen Wedding, Prenzlauer Berg, Neukölln und Kreuzberg. Weitere Durchsuchungen gab es im brandenburgischen Kyritz (Ostprignitz-Ruppin), Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Eine der Berliner Adressen: ausgerechnet die aktuelle Meldeadresse von Lina E.

Blackout legte 50.000 Haushalte lahm

Die Ermittlungen richten sich gegen vier Personen zwischen 28 und 35 Jahren – zwei Männer und zwei Frauen. Bei dem Brandanschlag in Adlershof waren rund 50.000 Haushalte und 2000 Gewerbe ohne Strom. Der Blackout dauerte etwa 60 Stunden und galt damals als der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei einigen betroffenen Firmen entstanden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro.

Die „Hammerbande“ überfiel Menschen

Lina E. hatte sich 2018 der sogenannten Hammerbande angeschlossen. Die Gruppe überfiel mehrfach Menschen mit Hämmern – drei Opfer stammten aus der rechtsradikalen Szene, ein Kanalarbeiter wurde irrtümlich für einen Neonazi gehalten. Im März 2023 verurteilte das Oberlandesgericht die Studentin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft. Das Gericht bescheinigte ihr eine „herausragende Stellung“ in der Gruppe. Ihre Untersuchungshaft wurde angerechnet, zwei Drittel der Strafe sind verbüßt.

Gutachten sieht Abkehr von Gewalt

Ein Gutachten sieht bei ihr eine glaubhafte Abkehr von Gewalt. Im Gefängnis habe sie sich ordentlich geführt. Eine Beschwerde des Generalbundesanwalts wies der Bundesgerichtshof zurück. Lina E. saß zuletzt in der Justizvollzugsanstalt in Berlin-Lichtenberg. An ihrer neuen Adresse in Kreuzberg war sie nicht für BILD zu erreichen.

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