Hitze und Unwetter: Zwei Badetote, drei Vermisste in Deutschland
Hitze und Unwetter: Zwei Badetote, drei Vermisste

Der Sommer hat Deutschland mit voller Wucht erreicht: Mindestens zwei Menschen starben am Wochenende beim Baden, drei weitere werden vermisst. Gleichzeitig sorgt eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 39 Grad für schwere Unwetter, die bereits mehrere Verletzte und Schäden verursacht haben.

Badetote in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg

Ein 16-Jähriger ertrank am Samstagabend im Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen). Er ging nach Angaben der „Bild“ vor den Augen seiner Freundin unter und tauchte nicht wieder auf. Einsatzkräfte und Taucher entdeckten den Teenager im Wasser, doch jede Hilfe kam zu spät. In Rheinstetten (Baden-Württemberg) starb ein 23-Jähriger im Epplesee. Er ging plötzlich unter und konnte nur noch tot geborgen werden.

Drei Männer im Rhein vermisst – Polizei befürchtet Schlimmstes

Im hessischen Biblis werden drei Männer vermisst. Ein 50-Jähriger war am Samstagnachmittag in den Rhein gegangen. Noch am Abend fehlte von ihm jede Spur. Während der Suche wurden die Einsatzkräfte erneut alarmiert: Zwei weitere Männer, 23 und 27 Jahre alt, waren Zeugenangaben zufolge im Fluss untergegangen. Beide sollen Nichtschwimmer sein. „Wir müssen von dem Schlimmsten ausgehen“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Suchmaßnahmen waren zunächst nicht mehr geplant. Die Strömung werde unterschätzt, so die Polizeisprecherin.

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Badeverbote im Rhein – Gefahr wird oft ignoriert

Immer wieder wird vor der Gefahr gewarnt, trotzdem wagen sich Menschen ins Wasser. Städte wie Düsseldorf, Köln, Neuss und Duisburg haben das Baden im Rhein mittlerweile verboten, nachdem Jahr für Jahr Badende von der Strömung fortgerissen wurden und starben.

Deutscher Wetterdienst warnt vor schweren Unwettern

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Sonntag vor heftigen Unwettern, vor allem im Osten Deutschlands. „Die Luftmasse birgt heute das Potenzial, dass örtlich wirklich kräftige Gewitter sich noch entwickeln können, die in den Unwetterbereich gehen“, sagte ein DWD-Sprecher in Leipzig. Verbreitet liegen die Höchstwerte erneut über 30 Grad. Die hohe Luftfeuchte sorgt für reichlich Gewitterpotenzial. Bis zum Mittag liegt der Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ab dem Nachmittag verlagern sich die Gewitter über Ostthüringen, das östliche Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Im südlichen Brandenburg und Ostsachsen sind „unwetterartige Gewitter“ zu erwarten, vereinzelt könne die Warnstufe vier erreicht werden.

Hitzewelle hält an – Temperaturen bis 39 Grad

Die Hitze bleibt vorerst: In der Mitte und im Süden werden bis Mittwoch 32 bis 39 Grad erwartet. Ob im Südwesten Rekordtemperaturen von über 40 Grad erreicht werden, ist nach DWD-Angaben noch unsicher. Der DWD hat eine amtliche Hitzewarnung herausgegeben, die von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 21 Uhr gilt.

Bereits Schäden und Verletzte durch Unwetter

Die Unwetter hatten bereits Folgen: Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfestes in Rastatt (Baden-Württemberg) wurden am Samstag neun Menschen verletzt, darunter eine junge Frau Anfang 20 mit schweren Verletzungen. In Moormerland (Ostfriesland) musste ein Zeltlager mit rund 300 Kindern geräumt werden. Ein Festival südlich von Flensburg mit 5000 Besuchern wurde geräumt, dabei erlitten 13 Menschen leichte Verletzungen. Hitzebedingte Straßenschäden traten unter anderem auf der A13 in Brandenburg und der A1 in Schleswig-Holstein auf.

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